Startseite
"Caca Cola"

Peruanische Farm deckt Strombedarf mit Gas aus Nagerkot

In Peru hat ein Wissenschaftlerpaar für seine Farm ein ganz besonderes Energiekonzept: Der gesamte Strom wird selbst erzeugt - durch Meerschweinchenkot. Rund 1000 der kleinen Nager leben auf der Farm in der Nähe von Lima und versorgen die Familie mit Methangas und Flüssigdünger.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Pachacámac (red) - Carmen Felipe-Morales und Ulises Moreno, zwei peruanische Wissenschaftler, beschäftigen sich nicht nur an der nahegelegenen Universität in Molina mit nachhaltiger Landwirtschaft, sondern haben auf ihrer Farm in Pachacámac ein besonderes System zur Stromerzeugung etabliert, wie wanderinggaia.com berichtet. Der komplette Strombedarf der Farm wird durch die Exkremente von Meerschweinchen gedeckt.

Gasproduktion durch Kot von 1000 Meerschweinchen

Rund 1000 Meerschweinchen leben auf der Farm. Sie bekommen speziell angereicherte Pflanzenreste zu fressen und produzieren daraus drei Tonnen Kot im Monat. Die Meerschweinchen-Köttel werden mit Wasser und Bakterien versetzt, so entstehen Methangas und ein brauner Flüssigdünger, den Moreno "Caca Cola" nennt. Drei Kubikmeter Gas am Tag und 50 Liter Dünger pro Woche werden so erzeugt. Das Gas wird in Traktorenreifen gesammelt und dann der Stromleitung des Hauses zugeführt, die wiederum gasbetriebene Geräte und einen Generator versorgt.

Das Wissenschaftler-Paar braucht aber lediglich einen kleinen Teil der Ausscheidungen für den Strombedarf. Der Rest wird kompostiert und selbst verbraucht oder verkauft. Moreno möchte damit andere Landsleute ermutigen, nicht an ihrer Armut zu verzweifeln, sondern mit einfachen Techniken ihren Lebensstandard zu verbessern.