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Klimaschutz

Pilotanlage verwandelt CO2 in Kraftstoff

Wenn man CO2 in Kraftstoffe umwandeln könnte, wäre das eine entscheidende Entwicklung für den Klimaschutz. Gleichzeitig wäre es ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. In Dresden wurde eine Pilotanlage in Betrieb genommen, die genau das verspricht.

CO2© designeo / Fotolia.com

Dresden (dpa/red) - In Dresden ist eine millionenschwere Pilotanlage für die Erzeugung von Ökosprit in Betrieb genommen worden. Damit will das Unternehmen Sunfire künftig aus Wasser und Kohlendioxid mit Hilfe von Ökostrom flüssige Kraftstoffe herstellen. "Das Verfahren macht uns unabhängiger vom Erdöl, senkt den CO2-Ausstoß und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", erklärte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Freitag. Die weltweit erste Anlage ihrer Art sei ein wichtiger Schritt Richtung Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen, so Wanka.

Der Bund fördert das Projekt, an dem auch Forschungsinstitute beteiligt sind, mit rund 6,4 Millionen Euro. Weitere vier Millionen Euro kommen aus der Industrie.

CO2 in Kraftstoff umwandeln

Mit dem sogenannten Power-to-Liquid-Verfahren will Sunfire Benzin, Diesel oder Kerosin synthetisch herstellen. Kernstück ist die Hochtemperatur-Elektrolyse, mit deren Hilfe Wasser und Kohlendioxid zu flüssigen Kraftstoffen umgewandelt werden. Die dafür benötigte elektrische Energie stammt aus erneuerbaren Quellen. Nach Unternehmensangaben können pro Tonne Kraftstoff etwa 3,2 Tonnen Kohlendioxid verbraucht werden.

Wanka sprach von einer Entwicklung, die Geschichte schreiben könne. "Aus dem Klimaklimakiller CO2 wird damit ein Rohstoff", so die Ministerin. Ein weiterer Vorteil sei zudem, dass die bestehende Infrastruktur wie Tankstellen, Leitungen und Motoren unverändert genutzt werden könne.

Quelle: DPA