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Gas aus Zentralasien

Pipeline unter Kaspischem Meer soll Russland umgehen

Das Projekt eines südlichen Pipeline-Netzes für Gaslieferungen aus Zentralasien nach Mitteleuropa unter Umgehung von Russland kommt voran. Die EU-Kommission kündigte am Montag in Brüssel direkte Verhandlungen mit den Regierungen von Turkmenistan und Aserbaidschan für eine Pipeline unter dem Kaspischen Meer an.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Mit dem Einstieg in die Verhandlungen signalisiere nun auch Turkmenistan, dass es beträchtliche Mengen Gas zu liefern bereit sei, hieß es aus Kommissionskreisen. Die Verhandlungen gehören zur neuen europäischen Energieaußenpolitik, bei der der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger die Mitgliedstaaten mit einer Stimme sprechen lassen will.

Pipeline könnte mit Nabucco verbunden werden

Die Transkaspische Pipeline könnte in der Zukunft als Zubringer für Nabucco dienen. Nabucco ist das Herzstück des geplanten südlichen Korridors für Gaslieferungen in die EU. Mit der Röhre soll insbesondere die Abhängigkeit vom russischen Gas vermindert werden. Nabucco soll von der Ost- und der Südgrenze der Türkei aus Gas aus dem Irak und Zentralasien über den Balkan bis nahe Wien führen. Weil belastbare Zusagen von Lieferländern fehlten, um die Röhre zu füllen, verzögerte sich der Baubeginn von Nabucco mehrmals. Nach derzeitigem Stand soll es nun 2013 losgehen und 2017 das erste Gas fließen.