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Verhandlungen

Polnischer Gasversorger warnt vor Kürzungen ab Oktober

Die polnische Industrie muss sich nach Angaben des staatlichen Gasversorgers PGNiG ab Oktober auf mögliche Einschnitte bei den Gaslieferungen einstellen. Ein Hintergrund sind Bedenken der EU gegen einen neuen Liefervertrag mit Russland. Die EU will die Jamal-Gasleitung für alle Gasanbieter öffnen.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Warschau (afp/red) - Trotz aller Bemühungen um zusätzliche Gaslieferungen aus Russland bestehe die Gefahr, dass der Bedarf der Industrie im vierten Quartal nicht "in Gänze" erfüllt werden könne, teilte das Unternehmen am Montag mit. Hintergrund sind Vorbehalte der EU-Kommission gegenüber einem neuen polnisch-russischen Gasvertrag. Sie konnten den Angaben zufolge bei einem Expertentreffen beider Länder am Samstag in Moskau nicht ausgeräumt werden. Für kommende Woche seien deshalb weitere Gespräche für Gasanbieter geplant.

Der neue Vertrag sieht vor, dass die russischen Gaslieferungen nach Westeuropa bis 2045 auf polnischem Gebiet über die Jamal-Leitung laufen. Diese wird jedoch von dem Konzern EuRoPol Gaz verwaltet, der zu je 48 Prozent PGNiG und dem russischen Riesen Gazprom gehört. Die EU-Kommission fordert die Öffnung der Jamal-Gasleitung für alle Gasanbieter und verlangt deshalb eine Neuverhandlung des Vertrags. Das alte Abkommen läuft am 20. Oktober aus. Polen deckt etwa 30 Prozent seines Gasbedarfs aus eigener Quelle, mehr als 40 Prozent kommen aus Russland.