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Bedenken

Privatisierung der griechischen Gasversorgung gescheitert

Der Verkauf der griechischen Gasversorgung und damit eines der wichtigsten Privatisierungsprojekte des Krisenlandes ist am russischen Gasriesen Gazprom gescheitert. Offenbar ist den Russen das Risiko zu hoch. Damit ist weiterhin nur eine einzige Privatisierung eines bisherigen Staatsunternehmens in Griechenland geglückt.

Griechenland

Athen/Moskau (dpa/red) - "Wegen mangelnder Garantien" werde Gazprom vorerst nicht an der Privatisierung des Versorgers DEPA teilnehmen, teilte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow am Montag in Moskau mit. Das Risiko sei zu hoch. Es sei unsicher, ob sich die Finanzlage der Gesellschaft nicht bis zum Abschluss des Geschäfts verschlimmern werde. Nach Angaben des griechischen Staatssekretärs für Energie, Makis Papageorgiou, soll es nun eine neue Ausschreibung geben.

Aus Kreisen des Privatisierungsfonds TAIPED hieß es ergänzend, auch ein erwartetes Kaufangebot für das Gas-Verteilerunternehmen DESFA seitens des russischen Unternehmens Sintez sei nicht gemacht worden, hieß es. Hier aber sei das Problem "nicht so schlimm", weil es ein Angebot vom azerbaidschanischen Unternehmen Socar gegeben habe. Über die Höhe dieses Vorschlags gab es zunächst keine Angaben.

Alle Projekte außer einem bislang gescheitert

Der Privatisierungsfonds hoffte, mit dem Verkauf der Gasunternehmen DEPA und DESFA insgesamt 1,3 Milliarden Euro zu kassieren. Griechenland steht unter Druck, die Privatisierungen voranzutreiben. Sollten bis zum Jahresende nicht 2,6 Milliarden Euro auf diesem Weg zusammenkommen, drohen den Griechen weitere Sparmaßnahmen.

Bislang ist der Regierung in Athen nur eine erste große Privatisierung eines vom Staat abhängigen Unternehmens gelungen. Es handelt sich um das Glücksspielunternehmen OPAP. Athen soll nach der Vollendung des Verkaufsverfahrens 652 Millionen Euro kassieren. Die OPAP ist an das tschechisch-griechische Konsortium "Emma Delta Ltd" verkauft worden.

Quelle: DPA