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Energiewende

Projekt: Öko-Wasserstoff im Erdgasnetz

In bisherigen Erdgas-Pipelines und Speichern könnte bald Wasserstoff gelagert werden. Den kann man aus überschüssigem Ökostrom gewinnen, womit die Energie in Form des Gases nach Bedarf zur Verfügung stünde. Sigmar Gabriel sieht in dem Verfahren einen zentralen Bestandteil der Energiewende.

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Teutschenthal (dpa/red) - Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht große Chancen in der Speicherung von überschüssiger Energie in Form von Wasserstoff. "Es wird ein zentraler Bestandteil der Energiewende werden", sagte er am Donnerstag beim Besuch einer Erdgas-Kaverne in Teutschenthal bei Halle (Sachsen-Anhalt).

Wasserstoff speichern

Der Energieversorger VNG sowie weitere Firmen und Forschungseinrichtungen loten in dem Projekt Hypos Möglichkeiten aus, Wasserstoff in bisherigen Erdgas-Kavernen zu speichern. Dann könnte in Zeiten von starkem Wind oder Sonne überschüssiger Strom aus Windparks und von Solaranlagen zur Produktion von Wasserstoff genutzt und dieser dann unterirdisch gelagert werden. Je nach Energiebedarf stünde dann Wasserstoff - oder weiterverarbeitet Methan - zur Verfügung.

22 Milliarden Kubikmeter Erdgas-Speicher

Gabriel betonte, Deutschland verfüge bereits über ein gutes Netz an Erdgas-Pipelines und -Speichern. Nach Angaben des Geschäftsführers der VNG Gasspeicher GmbH, Volker Busack, können in Deutschland so insgesamt rund 22 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden. Damit würden unter anderem saisonale Schwankungen der Nachfrage ausgeglichen, sagte Busack, der auch Hypos-Vorstand ist.

Hypos-Projekt wird staatlich gefördert

In einem Pilotprojekt soll bei Halle erstmals eine Gas-Kaverne - das ist ein unterirdischer Hohlraum - zum Speicher für Wasserstoff umgerüstet werden. "Wir sind, was die technologische und vor allem auch die wirtschaftliche Nutzung angeht, noch ein paar Jahre davon entfernt, aber umso wichtiger ist es, dass das Projekt beginnt", sagte Gabriel. Das Hypos-Projekt wird vom Forschungsministerium mit bis zu 45 Millionen Euro gefördert. Bis 2020 sollen wirtschaftliche Lösungen gefunden sein.

Quelle: DPA