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Umrüstung

Regierung unterstützt Schiff-Umbau auf LNG-Antrieb

LNG gilt in der Schifffahrt als Treibstoff der Zukunft. Nun greift auch das Bundesverkehrsministerium ein und will die Verbreitung von Flüssigerdgas vorantreiben. Dazu fließen Gelder in die Umrüstung eines Containerschiffs, das als Musterbeispiel für andere Schiffe dienen könnte.

Erdgastransport© Carabay / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das Bundesverkehrsministerium fördert die nach eigenen Angaben weltweit erste Umrüstung eines Containerschiffs auf den Antrieb mit umweltfreundlicherem Flüssigerdgas (englisch: Liquefied Natural Gas, LNG). Für das Projekt sei der deutschen Reederei Wessels eine Zuwendung in siebenstelliger Höhe überreicht worden, erklärten Ministerium und Unternehmen am Donnerstag in Berlin. Den Angaben zufolge will die im niedersächsischen Haren an der Ems beheimatete Reederei ihr Containerschiff "Wes Amelie" entsprechend umrüsten. Dabei handelt es sich um eine relativ kleine 152 Meter lange Variante mit einer Kapazität für etwa eintausend 20-Fuß-Standcontainer (TEU), die im Zubringerverkehr zwischen Nord- und Ostsee fährt.

LNG könnte bald schon billiger sein als Diesel oder Schweröl

Flüssigerdgas wird in der Schifffahrt angesichts strenger werdender Abgasvorschriften als zunehmend attraktiv betrachtet. Bei der Verbrennung entstehen viel weniger schädliche Abgase als bei Motoren, die mit Marine-Diesel oder Schweröl laufen. Hinzu kommen weitere Überlegungen: Die globalen Gasvorräte sind größer als die Ölreserven, was sich künftig im Preis niederschlagen könnte. Die Schiffe sind im Bau allerdings teurer. Erst kürzlich hatten die maritime Wirtschaftsverbände mehr staatliches Engagement bei der Markteinführung der LNG-Technologie gefordert.

Neue Wes Amelie soll im Dezember in Betrieb gehen

Bei der Entscheidung sei die Wahl bewusst auf diesen Typ Schiff gefallen, erklärte das Verkehrsministerium. Die "Wes Amelie" habe 23 Schwesterschiffe, davon seien 16 exakt baugleich. Die Erfahrungen ließen sich deshalb auch leicht auf Folgeprojekte übertragen. Es gebe einen entsprechenden "Multiplikatoreneffekt". Zudem würden die Kosten für etwaige Folgeprojekte auf diese Weise sinken.

Die umgerüstete "Wes Amelie" soll im Dezember 2016 in Betrieb genommen werden, der Umbau erfolgt auf einer deutschen Werft. Dabei wird die Maschinenanlage nach Angaben der Reederei so verändert, dass sie neben dem üblichen Schweröl auch LNG verbrennen kann. Das erfordert größere Motorumbauten - unter anderem auch die Vergrößerung der Zylinderdurchmessers, den Einbau völlig neuer Einspritz- und Schmierölsysteme sowie anderer Steuerungssensoren. Auch ein LNG-Tank muss in den Rumpf eingebaut werden.

Quelle: AFP