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Anfrage

Regierung würde Fracking-Forschung subventionieren

Für Fracking-Projekte könnte es in der Zukunft Subventionen vom Staat geben. Das geht aus einer Antwort des Forschungsministeriums auf eine Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor. Ein Gesetz, das die grundlegenden Regeln zum Fracking festlegen soll, wird es aber erst nach der Sommerpause geben.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Berlin (AFP/red) - Die Bundesregierung könnte künftig Forschungen für die umstrittene Fracking-Technologie mit vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr fördern. Falls Erdgas-Unternehmen nach dem Inkrafttreten der neuen Fracking-Gesetze eine Zulassung für Erprobungsmaßnahmen bekämen, sei die Bundesregierung bereit, "eine wissenschaftliche Begleitforschung" zu finanzieren, heißt es in einer Antwort des Forschungsministeriums auf eine Anfrage der Linken an die Bundesregierung, die AFP am Freitag vorlag. Die Begleitforschung solle zur Klärung der Auswirkungen der Technologie auf die Umwelt beitragen.

Zdebel: Indirekte Subventionierung der Energiekonzerne

Hubertus Zdebel, Obmann im Umweltausschuss der Linken im Bundestag, kritisierte die potentielle Förderung als "indirekte Subventionierung der Energiekonzerne". Aus Fracking-Regionen "in den USA und anderswo" sei längst bekannt, dass Mensch und Umwelt dadurch "einem ungeheuren Risiko" ausgesetzt würden, erklärte Zdebel.

Regierung will nach der Sommerpause über Fracking-Gesetz entscheiden

Beim Fracking werden Erdöl und Erdgas aus Lagerstätten gefördert, die mit den normalen Abbaumethoden nicht zu erschließen sind. Dazu wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Fracking ist sehr umstritten. Kritiker lehnen es ab und verweisen unter anderem auf Gefahren für das Grundwasser. Die Förderunternehmen und Teile der deutschen Wirtschaft setzen sich hingegen für Fracking ein. Sie sehen keinerlei Gefahren für Menschen oder die Umwelt.

Die große Koalition will die Voraussetzungen für Fracking in Deutschland ändern und plant ein neues Gesetz. Eigentlich sollte die Entscheidung darüber schon vor der Sommerpause fallen, doch sie wurde auf Herbst verschoben.

Quelle: AFP