Startseite
Richtung Osten

Russland baut Gaspipeline nach China

Russland hat inmitten wachsender Spannungen mit der EU in Sibirien den Bau einer Gaspipeline nach China begonnen. Es handele sich um "das größte Bauprojekt der Welt", das für beide Staaten sehr wichtig sei, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei der Zeeremonie zum Baustart in der Region Jakutien.

Pipeline© James / Fotolia.com

Us Chatyn/Moskau (dpa/AFP/red) - "Wir starten das größte Bauprojekt der Welt", sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Montag bei der Zeremonie im sibirischen Us Chatyn in der Teilrepublik Jakutien. Es handele sich um ein extrem wichtiges Projekt für Russland und China, sagte Putin.

An dem offiziellen Baustart der Pipeline des Energieriesen Gazprom nahm auch Chinas Vize-Premier Zhang Gaoli teil. Zhang sagte der Agentur Interfax zufolge, dass China im ersten Halbjahr 2015 mit dem Bau der Leitung auf seinem Gebiet beginne. Die Baukosten liegen Schätzungen zufolge bei mehr als 50 Milliarden Euro.

Pipeline soll 2018 in Betrieb gehen

Die Pipeline mit dem Namen Sila Sibiri (Deutsch: Kraft Sibiriens) soll allein auf russischem Gebiet 4000 Kilometer lang sein. Russland und China hatten im Mai nach zehnjährigen Verhandlungen einen Gasvertrag für 30 Jahre geschlossen. Ab 2018 will Russland jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Gas nach China pumpen.

Die Leitung solle auch zu einer besseren Energieversorgung des Fernen Ostens Russlands beitragen, sagte Putin. Peking und Moskau hatten sich im Mai nach rund zehnjährigen Verhandlungen auf ein umfassendes Erdgasgeschäft geeinigt. Die Vereinbarung läuft über 30 Jahre und hat Schätzungen zufolge ein Volumen von 400 Milliarden Dollar (305 Milliarden Euro).

Orientierung Richtung Osten

Hinter dem Abkommen mit dem Nachbarland China steht auch der Wunsch Russlands, seine Ausrichtung im Außenhandel zu verändern. Moskau versucht, sich dabei stärker Richtung Asien und weniger nach Europa zu orientieren. Dies liegt zum einen am stärkeren asiatischen Wirtschaftswachstum, zum anderen hatten sich zuletzt wegen der Ukraine-Krise die Spannungen zwischen dem Westen und Russland deutlich verschärft.

Quelle: DPA