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Krim-Krise

Russland streicht Gas-Rabatte für Ukraine

Russland streicht der Ukraine einen weiteren Nachlass auf den Preis für Erdgas. Da die Krim jetzt zu Russland gehöre, befinde sich der Stützpunkt der Schwarzmeerflotte auf russischem Gebiet - der Stützpunkt soll der Grund für die Rabatte gewesen sein. Schon im März war ein Rabatt gestrichen worden.

Gaspreise

Moskau/Brüssel (AFP/red) - Grundlage des seit 2010 gewährten Rabatts von 100 Dollar je 1000 Kubikmeter sei die Nutzung eines Marinestützpunkts auf der ukrainischen Halbinsel Krim gewesen; nach dem Referendum vom Sonntag sei die russische Schwarzmeerflotte de jure aber nicht mehr in der Ukraine, sondern in Russland stationiert, sagte ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin am Freitag russischen Medien. Daher existiere der Rabatt nicht mehr.

Den Preisnachlass hatten der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew und der damalige pro-russische ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch vereinbart, als der Vertrag für die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim verlängert worden war.

Gazprom zieht Rabatte zurück

Moskau hatte der Ukraine bereits Anfang März einen Rabatt gestrichen. 30 Prozent Nachlass hatte das Land im Dezember bekommen, nachdem Janukowitsch sich geweigert hatte, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen. Der staatliche kontrollierte Energiekonzern Gazprom kündigte dann aber an, dass dieser Rabatt ab April wegfalle.

Die von der Pleite bedrohte Ukraine muss nun 480 Dollar (348 Euro) pro tausend Kubikmeter russisches Erdgas bezahlen - einen der höchsten Preise in ganz Europa, wie die russischen Zeitungen "Wedomosti" und "Kommersant" schrieben.

EU stellt sich hinter die Ukraine

Die EU hat indes ihre Sanktionen gegen Russland verschärft und demonstrativ den Schulterschluss mit der Ukraine vollzogen. "Die Europäische Union steht an der Seite der neuen Ukraine", sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy bei der Unterzeichnung eines Partnerabkommens mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk am Freitag auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Sorgenvoll blickten die Gipfelteilnehmer auf die Abhängigkeit Europas von russischem Öl und Gas.

Quelle: AFP