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Pipeline

Salzgitter darf South-Stream-Rohre doch liefern

Das Pipelineprojekt South Stream ist endgültig vom Tisch. Die dafür hergestellten Rohre liegen in Deutschland und dürfen nun doch ausgeliefert werden. Das konkrete Lieferziel ist unbekannt - Russlands Pläne zum Turkish Stream aber nicht.

Erdölförderung© Nes Jerry / Fotolia.com

Salzgitter (dpa-AFX/red) - Die deutschen Stahlkonzerne Salzgitter und Dillinger Hüttwerke liefern nun doch Rohre für die zwischenzeitlich auf Eis gelegte Gaspipeline zwischen Russland und Europa. Der Lieferstopp sei aufgehoben, teilte Salzgitter am Montag mit. Man werde kurzfristig mit dem Pipeline-Konsortium darüber sprechen, wann die 150.000 Tonnen Stahlrohre geliefert werden. Der Kurs der Salzgitter-Aktie reagierte leicht positiv auf die Nachricht.

Rohre werden von Europipe gebaut

Salzgitter und die Dillinger Hüttwerke lassen die Rohre von ihrem Gemeinschaftsunternehmen Europipe bauen. Nach dem zwischenzeitlichen Aus für die Gasleitung hatte dieses für gut die Hälfte der Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet.

Neue Route: Turkish Stream

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte nach dem Ende für das Pipeline-Projekt South Stream eine neue Route für die Gasleitung angekündigt. Die Pipeline Turkish Stream soll durch das Schwarze Meer über die Türkei an die Grenze zu Griechenland verlegt werden. Im Dezember nächsten Jahres sollen Gazprom zufolge die ersten Gaslieferungen durchgeleitet werden.

Genaues Lieferziel der Rohre unbekannt

Wohin die Rohre konkret gehen, sagte ein Salzgitter-Sprecher auf Nachfrage nicht. Der Konzern nannte in der Mitteilung die South-Stream-Gaspipeline als Ziel der Lieferung. Gazprom hatte den Bau der ursprünglich geplanten South-Stream-Pipeline im vergangenen Jahr allerdings abgesagt. Wegen des Ukraine-Konflikts hatte sich das politische Klima zwischen Russland und der EU zuvor deutlich abgekühlt.