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Schwere Gasexplosion: Ganzes Dorf zeitweise evakuiert

Nach einer schweren Gasexplosion ist der rheinland-pfälzische Ort Harthausen am Wochenende zeitweise komplett evakuiert worden. Erst am frühen Sonntagnachmittag wurde die Sperrung aufgehoben, und die rund 3000 Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren, wie die Polizei mitteilte.

ErdgasspeicherBlick auf Gastanks (Archivbild)© Turbowerner / Fotolia.com

Ludwigshafen (AFP/red) - Am Samstagmorgen war bei einer schweren Gasexplosion auf einem Firmengelände ein Lkw in Brand geraten und anschließend ein Gastank explodiert. 16 Feuerwehrleute wurden verletzt.

Durch die Wucht der Explosion war ein weiterer Gastank von dem Firmengelände auf ein angrenzendes Feld geschleudert worden. Aus dem Tank strömte zunächst noch Gas aus, das die Feuerwehr kontrolliert abbrannte. Auch andere undichte Gastanks wurden auf diese Weise gezielt abgefackelt. Die ganze Nacht zum Sonntag löschte die Feuerwehr zudem weitere Brandnester.

Bewohner wurden zurückbegleitet

Spezielle Messtrupps waren auch am Sonntag unterwegs, um mögliche Gefahren durch austretendes Gas zu erkennen. Für die Bewohner konnte aber zunächst Entwarnung gegeben werden. Weil wegen der starken Druckwelle Schäden an Strom- und Gasanschlüssen nicht ausgeschlossen wurden, konnte ein Teil der Bewohner und Gewerbetreibenden in ihre Häuser allerdings nur in Begleitung der Energieversorger zurückkehren, die die Anlagen vor Ort überprüften.

Von den verletzten Feuerwehrleuten waren am Sonntag laut Polizei zunächst noch 13 im Krankenhaus, drei davon auf der Intensivstation. Die Feuerwehrleute hatten bei der Explosion Brandverletzungen und Schürfwunden erlitten. Die Verletzungen sind den Angaben zufolge aber nicht lebensbedrohlich.

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sicherte der Gemeinde Hilfe zu. Das Land werde eng an der Seite der Ortsgemeinde stehen, erklärte Dreyer am Samstag. Sie hoffe, dass die Verletzten "schnell wieder gesund werden".

Zu Spitzenzeiten waren am Samstag rund 450 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz. Die genaue Brandursache war zunächst noch unklar. Eine Straftat schloss die Polizei nicht aus. Die Ermittler nahmen ihre Arbeit auf.

Quelle: AFP