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Forschung

Stahlindustrie will Abgase wirtschaftlich einsetzen

Ausgerechnet Abgase sollen dabei helfen, das Klima zu schützen. Mit dem sogenannten "Carbon2Chem"-Verfahren sollen mit Hilfe von überschüssigem Ökostrom die schädlichen Gase aus der Stahlindustrie für weitere Prozesse nutzbar gemacht werden.

CO2 Aussstoß© claffra / Fotolia.com

Duisburg - Die wirtschaftliche Nutzung von Hüttenabgasen aus der Stahlindustrie ist das Ziel einer neuen Initiative, die am Montag in Duisburg vorgestellt wurde. Mit dem Projekt Carbon2Chem könnten die Abgase der Hochöfen künftig zur Herstellung von Vorprodukten für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Dünger mitverwendet werden, erklärten die Organisatoren. Geplant sei, 20 Millionen Tonnen des jährlichen CO2-Ausstoßes der Stahlbranche wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Für Carbon2Chem-Verfahren soll überschüssiger Ökostrom genutzt werden

Zur Produktion des dafür benötigten Wasserstoffs soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden. Erforscht werden soll die neue Technik in einem Zentrum am größten deutschen Stahlstandort in Duisburg. Noch in diesem Jahr werde mit dem Bau auf dem Gelände des Thyssenkrupp-Stahlwerks begonnen, kündigte das Unternehmen an.

"Mit Carbon2Chem zeigen wir, wie Klimaschutz und wettbewerbsfähige Stahlproduktion dank Forschung und Innovation erfolgreich verbunden werden können", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) laut einer vorab verbreiteten Mitteilung. "Damit sichern wir Arbeitsplätze in der Stahlbranche in unserem Land." Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger wies auf die Bedeutung der neuen Technologie auch als Beitrag zur Energiewende hin.

Projekt wird staatlich gefördert

Das Projekt wird durch das Bundesforschungsministerium mit über 60 Millionen Euro gefördert. Mindestens zehn Jahre Entwicklungszeit sollen bis zur Marktreife des neuen Verfahrens vergehen. Bis zu einer kommerziellen Umsetzung wird mit Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro gerechnet.

Quelle: DPA