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Gasvorkommen

Studie hält Fracking unter strengen Auflagen für möglich

Künftig könnte in Deutschland die hoch umstrittene Fracking-Technologie zur Erdgasgewinnung angewendet werden, allerdings unter strengen Auflagen. Ein Fracking-Verbot solle nur in Trinkwasserschutzgebieten gelten. Vergangene Woche war eine umfangreiche Studie zu einem etwas anders gelagerten Ergebnis gekommen.

Gasherd© Patrick J. / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Ein am Donnerstag in Berlin vorgestelltes Gutachten des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes (UBA) kommt zu dem Schluss, dass die Technologie insbesondere wegen des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden Abwassers erhebliche Risiken birgt. Ein Verbot der Methode empfehlen die Gutachter nicht, allerdings soll die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten strengen Umweltverträglichkeitsprüfungen unterliegen. Trinkwassergebiete sollen ausgenommen werden.

Bei der Methode wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen und das Gas freizusetzen. Umweltschützer und Anwohner befürchten durch die dazu in den Boden gepressten Chemikalien eine Verschmutzung der Umwelt und Verunreinigungen des Grundwassers.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) versicherte bei der Vorstellung des Gutachtens, dass zunächst sämtliche Bedenken ausgeräumt sein sollten, bevor Fracking tatsächlich zum Einsatz komme. Das Thema Fracking sei hochkomplex, weil es zum einen schon seit Jahren Bestrebungen gebe, die Erdgasvorkommen auszubeuten, auf der anderen Seite aber eben auch erhebliche Bedenken. Diese müssten ernst genommen werden. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

"Gründlichkeit vor Eile"

Das nun vorgelegte Gutachten sei eine "exzellente Basis" für Gespräche mit allen Beteiligten. "Für mich geht Gründlichkeit auch in diesem Bereich vor Eile", betonte Altmaier. Nach Angaben des Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth, gibt es in Deutschland ein erschließbares Potenzial von 1,3 Billionen Kubikmetern. Damit könne der gesamte Erdgasbedarf der nächsten 13 Jahre in Deutschland gedeckt werden. Seine Behörde empfehle auf Basis des Gutachtens allerdings, "derzeit von einem großtechnischem Einsatz abzusehen". Gleichwohl solle die Technologie weiter untersucht werden.

Verboten werden soll Fracking allerdings in Trinkwasserschutzgebieten, die 14 Prozent der gesamten Fläche in Deutschland ausmachten. "Trinkwasser ist ein hohes Schutzgut", betonte Flasbarth. Die hohe Qualität des Trinkwassers in Deutschland solle nicht beeinträchtigt werden. Die Gefahren für das Trinkwasser ließen allerdings nicht den Schluss zu, dass Fracking grundsätzlich verboten werden solle. Flasbarth verwies jedoch darauf, dass das Gutachten Umweltverträglichkeitsprüfungen für jede Bohrung empfehle. Dies sei nicht nur eine Formalie.

Am Freitag vergangener Woche war über eine Studie des Instituts "IWW Zentrum Wasser" berichtet worden, die im Falle der Anwendung von Fracking den Naturhaushalt und die öffentliche Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen gefährdet sieht.