szmtag
30.12.2011, 11:05 Uhr

Gas-News

Forderung

Stuttgart pocht auf zeitnahe Anreize für Gaskraftwerke

Um auch nach Abschaltung der letzten Atommeiler die Stromversorgung zu garantieren, müssen nach Auffassung des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) möglichst rasch ökonomische Anreize für Gaskraftwerke geschaffen werden.

Stuttgart (dapd/red) - Untersteller sagte im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd: "Wir sind erst einmal offen, wie man das genau gestaltet. Aber dass man über ökonomische Ansätze nachdenken muss, steht für mich außer Zweifel."

Baden-Württemberg
Lang- und mittelfristig sei das Problem möglicher Stromengpässe für Baden-Württemberg gelöst. Nun gelte es Vorsorge zu treffen, wenn bis 2022 die letzten Atommeiler abgeschaltet würden sowie wenn alte Kohlekraftwerke vom Netz gingen. "Das Problem ist, dass der Markt heutzutage nicht ausreichend Signale an Investoren gibt, dass es sich rentiert, in Backup-Kapazitäten zu investieren", sagte Untersteller.

Idee: Kapazitäten regional ausschreiben

Die derzeit als Ersatz für die Atomkraft diskutierten Gaskraftwerke rechneten sich aus Sicht der Konzerne nicht. Die baden-württembergische Landesregierung favorisiere deshalb die Idee der Kapazitätsmärkte, sagte Untersteller. Das bedeute, dass nicht nur die Erzeugung von Strom, sondern auch die Bereitstellung von Erzeugungskapazität vergütet werden solle. "Praktisch könnte das so aussehen, dass man regionalspezifisch Kapazitäten ausschreibt", sagte der Grünen -Politiker. Dazu werde sein Ministerium in Kürze ein Gutachten zur Ausgestaltung solcher Kapazitätsmärkte vorlegen.

Gesetz müsste wohl geändert werden

Zur Realisierung der Kapazitätsmarktidee müsste laut Untersteller wahrscheinlich das Energiewirtschaftsgesetz geändert werden. "Ich habe den Eindruck, dass man im Bundesumweltministerium oder auch Bundeswirtschaftsministerium diese Problematik durchaus erkannt hat und es auch eine Offenheit dafür gibt", sagte er. Er gehe davon aus, dass die Frage, in welcher Form ökonomische Anreize geschaffen werden, möglichst noch im ersten Halbjahr 2012 entschieden werde.

© 2001-2012 gas-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Gas-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Stuttgart pocht auf zeitnahe Anreize für Gaskraftwerke

"
  • Gespräche zwischen Gazprom und RWE gescheitert
    RWE
    Eine Zusammenarbeit zwischen dem Energieversorger RWE und der russischen Gazprom wird es zunächst wohl doch nicht geben. Beide wollten eigentlich gemeinsam Kraftwerke in Deutschland bauen. Die exklusiven Gespräche der beiden Unternehmen wurden jetzt beendet, ohne dass eine Einigung erzielt werden konnte.
  • Windräder bremsen Gaskraftwerke aus
    Windpark;Bosbuell
    Der norwegische Energiekonzern Statkraft steht vor der Schließung von zwei Gaskraftwerken in Niedersachsen. Der Hintergrund ist, dass es in Niedersachen viele Windkraftwerke gibt und diese so häufig zum Einsatz kommen, dass für die Gaskraftwerke kaum Kapazitäten übrigbleiben.
  • Gazprom zeigt Interesse an deutschem Stromanbieter
    Gazprom
    Der russische Gaskonzern Gazprom will das deutsche Energie- und Telekommunikationsunternehmen Envacom übernehmen. Es sei korrekt, dass Gazprom Interesse am Erwerb der vollständigen Gesellschaftsanteile der Envacom Service GmbH hat, hieß es.
  • Gaskraftwerke reichten als Backup-Lösung völlig aus
    Gasflame 01 51
    Neue Kohlekraftwerke seien auch nach dem Atomausstieg zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit nicht notwendig. Für den Übergang in das regenerative Zeitalter könne der Bedarf an zusätzlichen fossilen Kraftwerken vollständig durch den Neubau von Gaskraftwerken gedeckt werden, so eine neue Studie.
  • EnBW prüft Standorte für Gas- und Dampfkraftwerk
    EnBW
    Das Karlsruher Energieunternehmen EnBW prüft derzeit mögliche Standorte für ein Gas- und Dampf-Kombikraftwerk. Ein Konzernsprecher sagte der Nachrichteagentur dapd, es würden Düsseldorf, Karlsruhe oder Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern in Betracht gezogen.