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Energieunabhängigkeit

Südlicher Gas-Korridor rückt wieder in den Fokus

Um Europa sicher mit Gas zu versorgen, werden auch andere Möglichkeiten weit weg vom russischen Gas immer interessanter. Im Kaspischen Meer gibt es Gasvorräte - bisher fehlt jedoch die Pipeline für den Transport. Vom sogenannten "Südlichen Korridor" könnten gleich mehrere Länder profitieren.

Erdgas© sss78 / Fotolia.com

Frankfurt (red) – Gas aus dem Kaspischen Meer nach Europa zu transportieren ist keine neue Idee. Aber mit dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine sind die dort lagernden Gasvorräte wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Um mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas zu erlangen, soll das Gas 3.500 Kilometer weit durch Georgien, die Türkei und anschließend über Griechenland und Albanien geleitet werden, um schließlich in Italien anzukommen. "Südlicher Korridor" heißt das Projekt, das Europa unabhängig von Russland mit Gas versorgen könnte.

Weitere Gasfelder erschließen

Dazu haben sich kürzlich drei Staatspräsidenten zusammengesetzt, berichtet faz.net. Für den Korridor würden Aserbaidschan, Georgien und die Türkei eng zusammenarbeiten. Bisher drehe sich alles um das Gasfeld "Schah Deniz 2" im Kaspischen Meer, mit dem auch rund fünf Prozent des europäischen Bedarfs gedeckt werden könnten. Es bestünde aber Hoffnung, auch weitere Gasfelder, unter anderem in Turkmenistan, zu erschließen und dort Lieferanten zu gewinnen.

Energieinseln auflösen

"Herzstück" des Südlichen Korridors wäre die Transanatolische Leitung, deren Haupteigentümer laut FAZ der staatliche aserbaidschanische Energiekonzern Socar werden soll. Mehr energetische Unabhängigkeit sei durch die Pipeline nicht nur für die Türkei, sondern beispielsweise auch für Bulgarien denkbar. Der Balkanstaat bezieht sein Gas derzeit fast vollständig aus Russland und zahlt dafür europaweit die höchsten Gaspreise. Über den neuen Korridor könnte das Gas über Griechenland nach Bulgarien geleitet werden, womit eine Verbindung zwischen den beiden Ländern entstünde. Damit wäre man auch einem Ziel der EU näher gekommen, die "Energieinseln" in Europa aufzulösen. Die Türkei rechne damit, dass das Gas ab 2019 fließen könnte.