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Gasstreit

Ukraine begleicht erste Milliarde an Gasschulden

Nachdem es in der vergangenen Woche im Gasstreit endlich zu einer Einigung kam, hat die Ukraine die erste Rate zur Schuldentilgung an Russland geleistet. Bis zum Ende des Jahres müssen 3,1 Milliarden US-Dollar zurückgezahlt werden – dafür erhält die Ukraine wieder russisches Gas.

Ukraine

Kiew/Moskau (dpa/red) - Nach ihrer Einigung im Gasstreit hat die Ukraine 1,45 Milliarden US-Dollar (1,16 Mrd. Euro) als Teil der Schuldentilgung an Russland überwiesen. Das Geld sei auf dem Konto des russischen Gasmonopolisten Gazprom angekommen, teilte Unternehmenssprecher Sergej Kuprijanow am Mittwoch in Moskau mit.

Verhandlungen über mehrere Monate

Der ukrainische Energieversorger Naftogas hatte am Dienstag von der proeuropäischen Führung in Kiew die Erlaubnis erhalten, die Summe zu überweisen. Nach monatelangen Verhandlungen unter Vermittlung der EU-Kommission hatten sich Kiew und Moskau am vergangenen Donnerstag in Brüssel auf einen Ausweg aus ihrem Energiekonflikt geeinigt.

Gasverkauf nur noch gegen Vorkasse

Zur Begleichung alter Schulden soll die Ukraine bis Ende des Jahres insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar an Russland zahlen. Gazprom will im Gegenzug die seit Juni gestoppten Energielieferungen an Naftogas wieder aufnehmen - allerdings nur gegen Vorkasse. Die Ukraine plant Käufe bei Russland von ungefähr vier Milliarden Kubikmetern Gas im Wert von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar.

Die Einigung war nötig geworden, damit die Ukraine selbst über den Winter kommt. Weil sie zudem das wichtigste Transitland für russische Gaslieferungen nach Westen ist, hatte die um ihre Energiesicherheit besorgte EU ein Interesse an einer Lösung des Konflikts.

Quelle: DPA