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Verlängerte Ferien

Ukraine drosselt Gasverbrauch drastisch

Im Gasstreit mit Russland zieht die Ukraine alle Register, um Energiekosten zu sparen. So wurden in Kiew die Schulferien verlängert, um die Schulen nicht beheizen zu müssen. Auch Studenten sollen verlängerte Winterferien bekommen. Bisher konnte man den Verbrauch bereits um 16 Prozent senken.

Heizung sparen© Kzenon / Fotolia.com

Kiew (dpa/red) - Wegen des Gasstreits mit Russland drosselt die Ukraine ihren Energieverbrauch drastisch. In der Hauptstadt Kiew verlängerte Bürgermeister Vitali Klitschko die Schulferien um eine Woche, um Heizkosten von umgerechnet 1,5 Millionen Euro zu sparen. Hochschulen verordneten bereits zweimonatige Winterferien für Januar und Februar.

Kein warmes Wasser für Haushalte in Kiew

Tausende Kiewer Haushalte mussten mehrere Monate ohne warmes Wasser auskommen, und der Beginn der Heizsaison wurde in der Millionenmetropole um mehr als zwei Wochen auf November verschoben. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk teilte am Donnerstag mit, seit Jahresbeginn sei der Gasverbrauch schon um 16 Prozent gesenkt worden.

Baldige Lösung in Sicht?

Im Streit zwischen Moskau und Kiew um Schulden in Milliardenhöhe sowie neue Gastarife zeigte sich Energiekommissar Günther Oettinger optimistisch für eine baldige Lösung. Die Ukraine bekommt wegen unbezahlter Rechnungen seit Juni kein Gas aus Russland mehr und deckt sich zum Ärger Moskaus nun bei Nachbarländern mit Gas ein. Russland droht deshalb auch Europa mit einer Drosselung. Regierungschef Jazenjuk kündigte an, Kiew wolle auch den Transitvertrag mit Russland ändern. An diesem Dienstag wollen Russland und die Ukraine in Brüssel erneut über ein "Winterpaket" verhandeln.

Über den Ostukraine-Konflikt wollte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Donnerstag und Freitag mit Kremlchef Wladimir Putin und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Asien-Europa-Gipfel (Asem) in Mailand sprechen. Im Streit mit dem Westen wegen der Krise bezeichnete Putin Sanktionen von EU und USA als feindseliges Vorgehen gegen Russland. "Wir hoffen, dass unsere Partner einsehen, dass Erpressungsversuche unvernünftig sind", sagte er in einem Interview.

Quelle: DPA