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Offene Rechnungen

Ukraine soll weitere Millionen für Gas zahlen

Im Konflikt um offene Gasrechnungen hat Russland der Ukraine weitere 838 Millionen US-Dollar (rund 616 Millionen Euro) in Rechnung gestellt. Für die vom 1. bis 16. Juni erhaltenen Lieferungen habe die Führung in Kiew wieder nicht bezahlt, teilte am Dienstag der Gazprom-Konzern in Moskau mit. Weitere Verhandlungen soll es erst geben, wenn die Schulden bezahlt sind.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Moskau (dpa/red) - Die Gesamtschulden seien damit auf rund 5,3 Milliarden US-Dollar (etwa 3,9 Milliarden Euro) gestiegen, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller. "Die Ukraine hat wieder nicht bezahlt. Das zeigt, dass es richtig war, ihr das Gas abzudrehen", meinte er.

Ukraine will Rabatte zurück

Russland hatte die Lieferungen an das Nachbarland am 16. Juni eingestellt und will erst wieder verhandeln, wenn die Ukraine ihre Schulden bezahlt. Die Führung in Kiew fordert von Moskau aber einen niedrigeren Gaspreis und Rabatte. Eine Einigung erwarten Experten erst, wenn auch andere Probleme im russisch-ukrainischen Verhältnis gelöst sind - etwa der Konflikt mit moskautreuen Separatisten im Osten der früheren Sowjetrepublik.

Drohen auch in Europa Engpässe?

Noch sind die Gasspeicher auch in Deutschland zwar gut gefüllt. Ernst wird es aber, wenn Kiew wie in der Vergangenheit für den Eigenverbrauch Transitgas abzweigen sollte. Wenn der Gasfluss durch die Ukraine als wichtigstes Transitland für die EU versiegt, kann dies wie bei einem Gasstreit 2009 zu Engpässen im Westen führen.

Quelle: DPA