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Gasstreit

Ukraine zahlt weitere Gasschulden zurück

Die Ukraine hat weitere Gasschulden bei Russland beglichen. Seit November bekommt die Ukraine wieder Gas aus Russland. Die künftige Gasversorgung hänge jedoch von weiteren Vorauszahlungen ab, so ein Gazprom-Sprecher. Indes liefert Moskau Kohle und Strom ohne Vorkasse an die Ukraine.

Gasherd© rsester / Fotolia.com

Moskau (dpa/red) - Die krisengeschüttelte Ukraine hat bei Russland weitere 1,65 Milliarden US-Dollar (1,35 Milliarden Euro) Schulden für offene Gasrechnungen beglichen. Das Geld sei auf dem Konto von Gazprom eingegangen, teilte der Sprecher des russischen Staatskonzerns, Sergej Kuprijanow, am Mittwoch in Moskau mit. Es handele sich um die zweite Tranche der für dieses Jahr vereinbarten Rückzahlung von Schulden.

Gazprom hatte Anfang November nach monatelanger Unterbrechung wieder mit der Gasversorgung der Ukraine begonnen. Ob der Gashahn nun geöffnet bleibt, hängt von weiteren Vorauszahlungen ab, wie Kuprijanow sagte.

"Winterpaket" soll Versorgung in kalter Jahreszeit sichern

Wegen des Streits zwischen Moskau und Kiew um Preise und Schulden verlangt Gazprom Vorkasse. Ende Oktober war nach fünf Monate langen Verhandlungen im Beisein der EU-Kommission ein "Winterpaket" ausgehandelt worden, das die Versorgung der Ukraine mit russischem Gas in der kalten Jahreszeit gewährleisten soll.

Der ukrainische Gasversorger Naftogaz hatte Anfang November 1,45 Milliarden Dollar seiner Schulden an Gazprom überwiesen. Mit der neuen Summe seien Lieferungen für November und Dezember 2013 sowie für April bis Juni 2014 bezahlt, sagte Kuprijanow. Offen sind demnach Milliardenschulden für die Monate Januar bis März dieses Jahres.

Strom und Kohle für die Ukraine

In der Zwischenzeit hat Moskau sich bereit erklärt, Strom und Kohle an die Ukraine zu liefern. Dabei muss die Ukraine nicht in Vorkasse treten und auch die Preise sind nicht überhöht. Russland wolle den Nachbarn wegen großer Probleme bei der Energieversorgung helfen, heißt es. Russland hofft, dass ein Teil der Energielieferungen an die Krim weitergeleitet wird, der die Ukraine die Stromversorgung gekappt hatte.

Quelle: DPA