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Umweltschutz

Umweltbundesamt fordert baldiges Fracking-Gesetz

Beim Fracking drängt das Umweltbundesamt zur Eile. Zwar hat das Wirtschafts- und Umweltministerium bereits die Eckpunkte zur Förderung von Erdgas aus tiefsten Gesteinsschichten vorgelegt, das UBA will die umstrittene Methode jedoch möglichst verbieten lassen, solange die Risiken der Technologie nicht klar sind.

Hydraulic Fracturing© Nightman1965 / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Das Umweltbundesamt (UBA) drängt auf eine rasche gesetzliche Regulierung der umstrittenen Fracking-Technologie zur Gewinnung von Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten. "Fracking ist und bleibt eine Risikotechnologie - und braucht daher enge Leitplanken zum Schutz von Umwelt und Gesundheit", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung eines neuen, mehr als 600 Seiten starken Fracking-II-Gutachtens. "Solange sich wesentliche Risiken dieser Technologie noch nicht sicher vorhersagen und damit beherrschen lassen, sollte es in Deutschland kein Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas geben."

Verbot in Wasserschutzgebieten

Krautzberger unterstrich, dass die von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks (beide SPD) vorgelegten Eckpunkte schnell in ein Gesetz münden müssten. Zentraler Bestandteil der vorgesehenen Gesetzesänderungen müsse ein Verbot der Gasförderung aus Schiefer- und Kohleflözgestein über eine Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes sein. Zudem sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig und ein Verbot in Wasserschutzgebieten – "und zwar für jede Form des Frackings".

Fracking-Vorhaben grundsätzlich bewerten

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine umfangreiche Risikobewertung sämtlicher Fracking-Vorhaben zur Gas- und zur Erdölförderung. Dies gilt auch für alle Erprobungsmaßnahmen. Das UBA halte wie die Ministerien weiter daran fest, jede Form des Frackings in Wasserschutz- und Heilquellschutzgebieten, aber auch in anderen sensiblen Gebieten wie in Einzugsgebieten von Seen und Talsperren oder Naturschutzgebieten ausnahmslos zu verbieten.

Eine Sprecherin des Umweltministeriums sagte, das Gutachten zeige die Risiken auf und weise darauf hin, dass weiterer Forschungsbedarf bestehe. Bei der gesetzlichen Regulierung hätten Trinkwasserschutz und menschliche Gesundheit "allerhöchste Priorität".

Vorkommen in Deutschland

Beim "Hydraulic Fracturing" - kurz Fracking - wird Gestein in bis zu 5.000 Metern Tiefe mit hohem hydraulischen Druck und unter Einsatz von Chemikalien aufgebrochen. Vor allem die USA setzen auf Fracking - auch, um unabhängiger von Erdöl- und Erdgaslieferungen aus dem Ausland zu werden. In Deutschland gibt es ebenfalls nennenswerte Vorkommen dieser unkonventionellen Erdgas-Lagerstätten. Man findet sie zum Beispiel in Schiefertonformationen, Kohleflözen und dichten Sandsteinformationen.

Quelle: DPA