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Absage

Umweltminister lehnen Fracking ab

Das umstrittene Fracking lehnen die deutschen Umweltminister ab. Das wurde auf einer Konferenz in Koblenz entschieden. Weder sei die Form der Erdölförderung ökologisch vertretbar noch ein Weg zu mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas, so Franz Untersteller.

Erdgasförderung© bilderzwerg / Fotolia.com

Konstanz (red) - Die Umweltminister von Bund und Ländern haben sich gegen eine Nutzung des Fracking in Deutschland gestellt. "Wir sind uns einig, dass die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen mit Fracking, also mit Chemie und hohem Druck, kein ökologisch vertretbarer Weg ist", erklärte der baden-württembergische Ressortchef Franz Untersteller (Grüne) nach einer Ministerkonferenz von Bund und Ländern am Freitag in Konstanz. Geplant sei, durch eine Änderung des Bergbaurechts Fracking einen Riegel vorzuschieben.

Keine Energieunabhängigkeit

Wer glaube, mit Hilfe von Fracking lasse sich das Problem der Abhängigkeit von russischem Gas lösen, liege falsch, erklärte Untersteller weiter: "Die Lösung des Problems liegt nicht in der Schaffung eines neuen ökologischen Risikos. Die Lösung liegt im Umbau unserer Energieversorgung und in größerer Energieeffizienz, weg von Atom, Kohle und Gas, hin zu erneuerbaren Energien", hob der Grünen-Politiker hervor.

Fracking-Verbot beantragt

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne), dessen Land das Verbot von Fracking mit Hilfe umwelttoxischer Substanzen beantragt hatte, begrüßte die Entscheidung der Ministerkonferenz. Sie geht demnach auf Eckpunkte zurück, die Habeck im Januar vorgelegt hatte. "Die Risiken von Fracking sind unwägbar. Außerdem verlängert Fracking das Zeitalter der klimaschädlichen fossilen Energieträger", erklärte Habeck in Konstanz.

Erdkabel beim Netzausbau

Die Umweltminister bekannten sich auf ihrer Konferenz auch zum Ausbau der Stromnetze als "ein wesentliches Element der Energiewende". Um Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, solle jedoch die Option der Erdverkabelung stärker berücksichtigt werden, erklärte Untersteller, der derzeit der Umweltministerkonferenz vorsteht.

Flexibilitätsmarkt schaffen

Grundsätzlich sprachen sich die Umweltminister auch für einen "ökologischen Flexibilitätsmarkt" für Energie aus. Dadurch soll der Bau moderner Gaskraftwerke und anderer Instrumente vorangebracht werden, welche Schwankungen beim Ökostrom auffangen können. Zudem forderten die Länderminister den Bund auf, bis Oktober konkrete Vorschläge für ein nationales Hochwasserschutzprogramm vorzulegen.