Startseite
Energieversorgung

Unabhängigkeit: Baltikum wird an EU-Gasnetz angeschlossen

Eine neue Gaspipeline zwischen Polen und Litauen soll den baltischen Staaten zu mehr Unabhängigkeit von den Gaslieferungen aus Russland verhelfen. Die neue Leitung soll so eine Verbindung zum europäischen Gasnetz herstellen. Auch die EU unterstützt das Projekt mit zehn Millionen Euro.

Erdgaspipline© Alexander Tarasov / Fotolia.com

Brüssel (dpa/red) - Die baltischen Staaten wollen sich durch den Anschluss an das europäische Gaspipeline-Netz von ihrem Gaslieferanten Russland lösen. Die Betreibergesellschaften unterzeichneten am Donnerstag in Brüssel eine Finanzhilfevereinbarung für den Bau einer Verbindungsleitung zwischen Polen und Litauen. Mit dabei waren die Staats- und Regierungschefs der beiden Länder sowie von Lettland und Estland, die das Vorhaben politisch unterstützen.

"Wir haben die Isolation der Balten im Energiebereich beendet", erklärte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bei der Zeremonie. Polens Regierungschefin Ewa Kopacz sagte, der Anschluss an das europäische Gasnetz werde auch die Verhandlungsposition beim Gaseinkauf stärken.

EU investiert 10 Millionen in die Gaspipeline

Die Unterzeichnung der Vereinbarung sollte den Weg frei machen für die Bauarbeiten an der Pipeline, die bis Dezember 2019 abgeschlossen sein sollen. Der Bau kostet nach Angaben der EU-Kommission 558 Millionen Euro. Die EU beteiligte sich an den Kosten für das Projekt mit etwa zehn Millionen Euro für Studien und einen Zuschuss für die Bauarbeiten von etwa 295 Millionen Euro.

Die Gasleitung soll über eine Länge von 534 Kilometern verlaufen, der Großteil davon in Polen. Sie soll am Anfang den Transport von 2,4 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr von Polen nach Litauen und eine Milliarde Kubikmeter in umgekehrter Richtung ermöglichen.

Quelle: DPA