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Ungarn und Aserbaidschan bereiten Gasdeal vor

Ungarns Ministerpräsident Orban plant Erdgas aus Aserbaidschan zu importieren. Der rechtnationale Regierungschef hofft damit die Energiepreise in Ungarn stark senken zu können. Die Erklärung für eine "strategische Partnerschaft" wurde von beiden Parteien unterzeichnet.

Gaspipeline© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Budapest (dpa/red) - Ungarn will künftig Erdgas aus Aserbaidschan beziehen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev unterzeichneten dazu am Dienstag in Budapest eine Erklärung für eine "strategische Partnerschaft". Zugleich lobte Orban das politische Regime in der Diktatur Aserbaidschan und kritisierte die EU.

Erdgas aus Aserbaidschan von strategischem Interesse

Das Gas aus Aserbaidschan könne dabei helfen, die Energiepreise in Ungarn auf das niedrige Niveau der USA zu drücken, sagte Orban. Erdgas-Importe aus der Ex-Sowjetrepublik seien "im strategischen Interesse ganz Europas", fügte der rechtsnationale Politiker hinzu. Die Details des Projekts sind aber noch offen.

"Auch in der EU denken sie, dass Institutionen selbstständig funktionieren, aber sogar ein Auto funktioniert nicht ohne Chauffeur. Glücklich sind jene Länder, die eine klare Führung haben", sagte Orban bei einem Treffen ungarischer und aserbaidschanischer Geschäftsleute. Aserbaidschan und Ungarn hätten gemeinsam, dass sie "traditionelle Werte schätzen", wie zum Beispiel die Nation und die Familie.

Kritik am ungarischen Ministerpräsidenten

Kritiker werfen Orban einen autoritären Führungsstil vor, der sich auf die fast allmächtige parlamentarische Zweidrittel-Mehrheit seiner rechtsnationalen Partei Fidesz stützt. Mit der EU geriet er unter anderem wegen restriktiver Mediengesetze und wegen einer geplanten Internetsteuer in Konflikt. Sorgen bereitet auch Orbans offene Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Auch ungarische Pläne zum beschleunigten Bau der Gasleitung South Stream hatten die Kritik der EU hervorgerufen. Die Leitung soll von Russland unter anderem durch Ungarn nach Italien führen. Der russische Gaskonzern Gazprom will auf diese Weise die Ukraine umgehen, in der Moskau separatistische Bestrebungen russischsprachiger Bevölkerungsteile unterstützt.

Quelle: DPA