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Israel

Unterbrochene Gaslieferungen lassen Strompreise steigen

Zwei Tage nach den landesweiten Massenprotesten gegen soziale Ungleichheit hat Israels Regierung am Montag eine Erhöhung der Strompreise um fast zehn Prozent angekündigt. Eine Steigerung um das Doppelte werde dadurch verhindert, dass der Staat auf einen Teil der bislang erhobenen Abgaben verzichte.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Jerusalem (afp/red) - Schuld seien die jüngsten Unterbrechungen von Gaslieferungen aus Ägypten wegen Anschlägen auf eine Pipeline, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Nach bisherigen Erkenntnissen müssten die Strompreise um 9,3 Prozent steigen.

Die Gasleitung von Ägypten nach Israel war auf der Sinai-Halbinsel in den vergangenen Monaten mehrfach das Ziel von Anschlägen geworden. Israel bezieht 43 Prozent seines Bedarfs an Erdgas aus Ägypten. Über geplante eigene Bohrungen nach Gas im Mittelmeer liegt Israel mit dem Libanon im Streit, weil dieser seine territoriale Souveränität in Gefahr sieht. Zypern stimmte den Vorhaben hingegen mittlerweile zu.

Anhaltende Proteste in Israel

Am Samstag waren in Israel erneut hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Missstände zu demonstrieren. Die seit Mitte Juli anhaltenden Proteste richten sich gegen Wohnungsnot, steigende Lebenshaltungskosten und die Gesundheits- und Bildungspolitik der Regierung. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Sonntag die Bildung einer Sonderkommission an, die sich mit den Forderungen der Protestbewegung auseinandersetzen soll.