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Fracking

US-Versorger weist Redeverbot für Kinder zurück (Upd.)

Ein von der Justiz abgesegneter und nun an die Öffentlichkeit gelangter Geheimvertrag in den USA zwischen einem Ehepaar und drei Energieunternehmen sorgt wegen einer Verschwiegenheitsklausel für minderjährige Kinder für Aufsehen. Dabei geht es um Äußerungen über die umstrittene Fracking-Methode.

Erdgasförderung© bilderzwerg / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - Die Zeitung "Pittsburgh Post Gazette" veröffentlichte das Abkommen aus dem Jahr 2011, das dem Paar 750.000 Dollar (knapp 565.000 Euro) zusprach. Im Gegenzug verlangte es Verschwiegenheit über die Gasförderung mittels der umstrittenen Fracking-Methode der Firmen. Dagegen, dass dies auch für ihre sieben und zehn Jahre alten Kinder gelten soll, wehren sich die Eltern nun.

Familie hatte über Schmerzen geklagt

Chris und Stephanie Hallowich waren dem Bericht zufolge gegen die Unternehmen Range Resources, Williams Gas/Laurel Mountain Midstream und MarkWest Energy im Bundesstaat Pennsylvania vorgegangen. Sie warfen ihnen vor, dass zur Gewinnung von Schiefergas in der Nähe ihres Bauernhofs eingesetzte Chemikalien ihre Gesundheit schädigten. Unter anderem klagten Eltern und Kinder über Schmerzen an Augen, Ohren und im Rachenraum.

Verschwiegenheit sollte auch für die Kinder gelten

Die Eltern gaben nun an, ihnen sei bei der Unterzeichnung des Vertrags bewusst gewesen, dass sie sich zu lebenslanger Verschwiegenheit verpflichteten. Dass dies aber auch die Kinder betreffe, sei ihnen nicht klar gewesen. "Das können wir gar nicht kontrollieren", wurde die Mutter zitiert. Der derzeitige Anwalt der Familie, Peter Villari, gab an, ein solcher Vertrag sei ihm in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nicht begegnet.

Unternehmen bestreitet Geltung für die Kinder

Ein US-Energieunternehmen hat bestritten, dass die in einer Übereinkunft mit einem Elternpaar festgeschriebene Verschwiegenheitsklausel auch für die Kinder der Familie gilt. Die finanzielle Vereinbarung im Streit um die umstrittene Schiefergasförderung sei "niemals" auf die Kinder von Chris und Stephanie Hallowich angewandt worden, erklärte ein Sprecher von Range Resources am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte das Unternehmen: "Sobald wir mitbekommen haben, dass sich diese Frage stellt, haben wir einen Brief mit dieser Klarstellung geschrieben."

Quelle: AFP