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Ölembargo

USA besorgt: Iran und Russland verhandeln über Öl

Trotz beschlossenem Ölembargo verhandeln der Iran und Russland über größere Öllieferungen. Washington zeigt sich besorgt: Im Gegenzug für das Öl könnte Russland dem Iran ein neues Atomkraftwerk bauen. Das Embargo wurde vor allem geschlossen, um den Iran in seinem Atomprogramm zu einem Einlenken zu bewegen.

Erdöl© TebNad / Fotolia.com

Moskau (AFP/red) - Der iranische Botschafter in Moskau hat erstmals bestätigt, dass der Iran mit Russland über umfassende Öllieferungen verhandelt. Irans Präsident Hassan Ruhani habe im September bei einem Regionalgipfel mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über die Lieferung von mehreren hunderttausend Barrel Öl pro Tag gesprochen, sagte Mehdi Sanaei der russischen Zeitung "Kommersant" vom Montag. Demnach will der Iran im Gegenzug von Russland neben Lastwagen und Eisenbahnausrüstung auch Hilfe beim Bau eines zweiten Atomreaktors haben.

Ölembargo umgehen

Russland hat den bisher einzigen iranischen Atomreaktor in Buschehr errichtet, doch plant Teheran in der Stadt am Persischen Golf seit langem einen weiteren Reaktor. Das Ölgeschäft, das bisher offiziell nie bestätigt worden war, sorgt in Washington aber vor allem deshalb für Besorgnis, weil es Teheran praktisch erlauben würde, das von den USA und der EU verhängte Ölembargo zu umgehen. Berichten zufolge ist der iranische Ölexport dadurch von 2,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag Ende 2011 auf heute weniger als eine Millionen Barrel zurückgegangen.

Kontrolle des Atomprogramms

Russische Regierungsvertreter betonten, dass das anvisierte Ölgeschäft die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen nicht verletzen würde. An das einseitig von USA und EU beschlossene Ölembargo ist Russland ebenso wie andere Länder rechtlich nicht gebunden, allerdings drohen ihm Strafmaßnahmen, wenn es gegen das Embargo verstößt. Mit dem Embargo will der Westen Teheran zu Zugeständnissen zwingen, die sicherstellen, dass sein Atomprogramm nicht zur Entwicklung einer Atombombe benutzt wird.

Quelle: AFP