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Umstritten

Vattenfall nimmt Kohlekraftwerk Moorburg in Betrieb

In Hamburg ging am Wochenende das Kohlekraftwerk Moorburg ans Netz. Die Inbetriebnahme dürfte einigen vor dem Hintergrund der Energiewende paradox erscheinen. Zudem wünschen sich die meisten Deutschen einer Umfrage zufolge den Kohleausstieg.

Energieerzeugung© danimages / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg hat am späten Samstagabend seinen gewerblichen Betrieb aufgenommen. Nach mehr als einem Jahr Probe- und Testbetrieb erfülle der erste Block des Kraftwerks mit 827 Megawatt Leistung nunmehr die Anforderungen des Netzbetreibers, teilte der Kraftwerksbetreiber Vattenfall in Hamburg mit. Der zweite Block soll im Sommer folgen.

Bis zu neun Millionen Tonnen CO2 im Jahr

Umweltschützer nannten den kommerziellen Start des Kraftwerks einen "schwarzen Tag für den Klimaschutz". Das Kraftwerk setze pro Jahr acht bis neun Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid frei und laufe damit allen Hamburger Klimaschutzanstrengungen zuwider, heißt es in einer Mitteilung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz BUND.

Kohleausstieg wird von den meisten Deutschen gewünscht

Die Mehrheit der Deutschen will nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Umweltorganisation WWF und des Ökoenergie-Anbieters Lichtblick aus der Kohleverstromung aussteigen. Danach sind 67 Prozent dafür, Kohle auslaufen zu lassen; 19 Prozent wollen sogar alle Kohlemeiler zügig abschalten. Nur 21 Prozent der Bundesbürger seien davon überzeugt, dass Kohle auch in Zukunft für eine sichere Stromversorgung benötigt werde.

Vattenfall erklärte, Moorburg gehöre zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Kohlekraftwerken in Europa. Im Vergleich zu älteren Anlagen spare das Kraftwerk rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Quelle: DPA