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BUND vs. Vattenfall

Vattenfall soll Hamburg Fernwärme-Abgaben schulden

Der Energiekonzern Vattenfall hat nach Angaben der Umweltschutzorganisation BUND der Stadt Hamburg 50 bis 80 Millionen Euro an Abgaben aus dem Fernwärmegeschäft vorenthalten. "Vattenfall wäre verpflichtet gewesen, ein Sondernutzungsentgelt zu zahlen", sagte BUND-Landeschef Manfred Braasch.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Hamburg (dapd-nrd/red) - Der schwedische Stromgigant wies die Anschuldigung zurück. "Wir haben uns immer vertragstreu verhalten, die Vorwürfe sind nicht gerechtfertigt", sagte Firmensprecher Stefan Kleimeier. Hintergrund ist die Nutzung der öffentlichen Wege für das 800 Kilometer lange Vattenfall-Fernwärmenetz in der Hansestadt. Die Abgabe wird laut Konzessionsvertrag von 1994 aber nur fällig, wenn Vattenfall mit den Fernwärmegeschäft Geld verdient. Nach einem vom BUND vorgelegten Gutachten von Wirtschaftsprüfern hat Vattenfall allein 2009 in der Stadt 140 Millionen Euro verdient.

Vattenfall: Vorwürfe politisch motiviert

Der Vattenfall-Sprecher wies diese Behauptung zurück und verwies auf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, die entsprechende Bilanzen testiert habe. "Wir halten die Vorwürfe des BUND für ein politisch motiviertes Manöver", sagte der Firmensprecher. Die Umweltschutzorganisation unterstützt ein Volksbegehren, wonach die Hamburger Netze für Strom, Gas und Fernwärme verstaatlicht werden sollen. Vattenfall betreibt die Netze für Strom und Fernwärme und wäre der Hauptbetroffene. Die Schweden betreiben in Berlin ebenfalls ein Fernwärmenetz und zahlen dort nach eigenen Angaben eine Konzessionsabgabe.