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Erdgas-Überangebot

VEA fordert die Abschaffung der Ölpreisbindung

Der VEA kritisiert die Ölpreisbindung der Gasversorgungsunternehmen und fordert deren Abschaffung. Der Grund dafür sei, dass der Gaspreis an den Energiebörsen zwar in den Keller geht, Gasanbieter jedoch aufgrund der Ölpreisbindung ihre Gaspreise erhöhen. Experten sprechen sogar von einem Preisverfall bei Erdgas.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Hannover (red) – Obwohl es ein Erdgas-Überangebot gibt, kündigen die Gasversorger höhere Erdgaspreise an und begründen diese mit der Ölpreisbindung. Der Gaspreis ist in Deutschland an den Ölpreis gekoppelt und folgt diesem mit einer Verzögerung von sechs Monaten. "Die brancheninternen Vereinbarungen zwischen Gasimporteuren und Versorgungsunternehmen sind ein Relikt aus den 60er Jahren", so Manfred Panitz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA). "Wir müssen diese alte Regel abschaffen. Das Erdgas-Überangebot ist zu groß."

Einbrechende Gaspreise im Großhandel

Im Gegensatz zu deutschen Gasimportureren, die schon sei Jahrzehnten auf Pipelines beim Erdgastransport setzten, forciert die restliche Welt einen Transport via Schiff. Dabei wird das Gas direkt an der Quelle so stark abgekühlt, dass es flüssig wird und sein Volumen bis auf ein Sechstel schrumpft. Somit kann ein Tankschiff, mit einer Ladung Flüssiggas, den kompletten Jahresverbrauch an Gas einer Stadt mit 60.000 Einwohnern transportieren. Schon ab einer Entfernung von 3.000 Kilometern lohnt sich der Transport via Schiff mehr als über Pipelines.

Erdgas-Überangebot von 200 Milliarden Kubikmetern

Daraus resultiert, dass die Tanker an den Entlade-Stationen für Flüssiggas, welche es weltweit in allen großen Häfen gibt, Schlange stehen. Die Internationale Energieagentur IEA rechne bis 2015 "mit einem jährlichen Erdgas-Überangebot in Höhe von 200 Milliarden Kubikmetern", so Panitz. "Das gibt uns die Chance, die Ölpreisbindung zu brechen. Der Druck auf die Gaspreise trennt den aktuellen Marktpreis von den Preisen aus ölgebundenen Lieferverträgen."

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