Verbraucherschützer fordern von Gasversorgern schnelle Rückzahlungen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die 27 Gasversorger, die ihren Kunden Geld erstatten müssen, zu schnellen Rückzahlungen aufgefordert. Der VZBV-Energieexperte Holger Krawinkel verlangte in der "Bild"-Zeitung, das Geld müsse bei der nächsten Abschlagszahlung erstattet werden.
Berlin (ddp/sm) - "Es geht schließlich um das Geld der Verbraucher", sagte Krawinkel der Zeitung. "Da müssen die Konzerne schnell handeln. Alles andere wäre ein zinsloses Darlehen für die Energiekonzerne."
Damit könnten die Kunden der Gasversorger auf eine Rückzahlung in den nächsten Wochen hoffen. Das Bundeskartellamt hat 27 Gasversorger zu Rückerstattungen von insgesamt 127 Millionen Euro an insgesamt rund 3,5 Millionen Kunden aufgefordert. Die Rückerstattung kann nach Angaben einer Behördensprecherin bis spätestens Ende 2009 erfolgen.
Trotz sinkender Ölpreise kann der Großteil der Gaskunden in Deutschland im Winter nicht mit günstigeren Tarifen rechnen. Nur drei Prozent der insgesamt 750 Versorger hätten für Dezember oder Januar Preissenkungen angekündigt, sagte ein Sprecher des Verbraucherportals Verivox.
Nach monatelangem Preisverfall beim Öl geraten jetzt die Gaspreise unter Druck. So senken erstmals seit Monaten fünf der bundesweit rund 750 Versorger ihre Tarife. Laut Energieexpertin Kemfert könnten die Gaspreise jedoch schon jetzt deutlich stärker sinken.
Die Gaspreise in Deutschland erhöhen sich vielerorts weiter. Zum 1. November haben 70 Versorger einen höheren Gaspreis angekündigt, rund 30 weitere Gasversorger erhöhen ihre Preise zum 1. Dezember, wie das Verbraucherportal Verivox mitteilt.
Angesichts der jüngsten Gaspreiserhöhungen rät die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) zu einem Wechsel des Anbieters. In den meisten Regionen gebe es mittlerweile mehrere Anbieter, die sich auch im Preis unterschieden, so dass sich ein Wechsel für die Haushalte finanziell lohne, betont VZS-Energieexperte Roland Pause.