Angesichts der jüngsten Gaspreiserhöhungen rät die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) zu einem Wechsel des Anbieters. In den meisten Regionen gebe es mittlerweile mehrere Anbieter, die sich auch im Preis unterschieden, so dass sich ein Wechsel für die Haushalte finanziell lohne, betont VZS-Energieexperte Roland Pause.
Leipzig (ddp-lsc/sm) -In der Messestadt konkurrierten mittlerweile fünf Anbieter um Kunden. Allerdings sollten Verbraucher bei einem Wechsel einen Tarif mit Festpreis wählen, denn die nächste Gaspreiserhöhung stehe wegen der Kopplung an den in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Ölpreis bereits fest, rät die VZS.
Zum August und September erhöhen in Sachsen laut VZS voraussichtlich neun Gasversorger ihre Preise um bis zu 17 Prozent.
Die Verbraucher sollten die Wechselmöglichkeiten im Gasmarkt wahrnehmen und ihren Gasanbieter wechseln, rät der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Erst das Zusammenspiel zwischen Impulsen der Bundesnetzagentur und dem Verhalten der Verbraucher könne einen "effektiven Wettbewerb bewirken", sagte Kurth.
Gaskunden steht schon wieder eine Preiswelle bevor. Zum 1. August werden 104 Gasanbieter ihre Preise erhöhen, 103 weitere Versorger haben Erhöhungen zum 1. September angekündigt. Im Durchschnitt muss ein Musterhaushalt künftig 15 Prozent mehr bezahlen, das entspricht rund 200 Euro im Jahr.
Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt will Medienberichten zufolge die Gaspeiserhöhungen um bis zu 17 Prozent überprüfen. Damit sollen "Korrekturen oder Verbesserungen für den Bürger" erreicht werden, sagte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) der "Mitteldeutschen Zeitung".
Zum 1. September 2008 erhöht LichtBlick den Preis für sein Gasprodukt. Der Kilowattstundenpreis steigt von 6,25 Cent auf 7,65 Cent, der Grundpreis bleibt mit 9,90 Euro pro Monat unverändert. Als Grund nennt der unabhängigte Versorger die Ölpreisbindung beim Erdgasbezug.
Eine Hochrechnung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox.de hat ergeben, dass die explodierenden Preise für Rohöl die Erdgaskosten für Endverbraucher mehr als verdoppeln könnten. Sollten die Krisenprognosen der OPEC eintreffen, müssten die deutschen Verbraucher mit Preissteigerungen von über 150 Prozent rechnen.