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Explodierende Preise

Verivox: Öl könnte Erdgaspreis mehr als verdoppeln

Eine Hochrechnung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox.de hat ergeben, dass die explodierenden Preise für Rohöl die Erdgaskosten für Endverbraucher mehr als verdoppeln könnten. Sollten die Krisenprognosen der OPEC eintreffen, müssten die deutschen Verbraucher mit Preissteigerungen von über 150 Prozent rechnen.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Heidelberg (red) - In der vergangenen Woche zeichnete der OPEC-Vorsitzende Tschakib Chelil ein düsteres Bild: Die täglich neuen Rekordpreise für Rohöl könnten durch eine Verschärfung des Konfliktes um das iranische Atomprogrammes eine neue Dimension erreichen. Sollte das Land kein Öl mehr liefern können, seien Preise von "200, 300 oder 400 Dollar" für ein Barrel Rohöl (159 Liter) vorstellbar. Verivox.de hat untersucht, was eine derartige Preisexplosion für Erdgaskunden in Deutschland bedeuten würde.

Steigt der Rohölpreis, erhöhen sich auch die Kosten für Erdgas mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten. Derzeit bezahlt ein deutscher Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh durchschnittlich 1375 Euro für Erdgas. Dieser Wert basiert auf Ölpreisen von etwa 100 Dollar zu Beginn dieses Jahres. Der Rohölpreis von derzeit etwa 145 Dollar wird sich zeitlich versetzt in Erdgaspreisen von durchschnittlich 1721 Euro niederschlagen, eine Preissteigerung von 20 Prozent.

Sollten die Rohölpreise dauerhaft auf 200 Dollar pro Barrel steigen, bekämen die Verbraucher dies sehr deutlich zu spüren. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für Erdgas würden sich dann auf etwa 2100 Euro belaufen, was einer Steigerung von 53 Prozent entspricht. Sollte sich der Ölpreis gar bei 300 Dollar einpendeln, müsste der Musterhaushalt sogar 2804 Euro pro Jahr bezahlen, 104 Prozent mehr als in der Gegenwart. Würde der Rohölpreis tatsächlich auf 400 Dollar steigen, müsste der deutsche Musterhaushalt mit jährlichen Kosten von 3508 Euro rechnen, eine Steigerung um 155 Prozent.