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Sparkurs

VNG erwägt Personalkürzungen

Bei dem Gasversorger VNG könnte es zum Abbau von rund 150 Jobs kommen. Das Unternehmen wurde vor wenigen Wochen zu großen Anteilen an den Energieversorger EnBW verkauft. Bereits im Juni waren die Beschäftigten über mögliche Sparmaßnahmen informiert worden.

Gas Herd© by-studio / Fotolia.com

Leipzig/Karlsruhe (dpa/red) - Der Gasversorger VNG, der künftig zu Deutschlands drittgrößtem Energiekonzern EnBW gehören soll, prüft den Abbau zahlreicher Stellen. Bei dem Leipziger Unternehmen sind rund 150 Jobs bedroht. Der Vorstand habe in einer Betriebsversammlung am Freitag mögliche Kürzungen in dieser Höhe frühestens ab Mitte 2016 angekündigt, sagte eine Sprecherin der Verbundnetz Gas AG (VNG) am Sonntag. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag) geht es um Arbeitsplätze in der Zentrale des Konzerns, in der 400 Mitarbeiter beschäftigt sind.

VNG wolle mit einer schlankeren Struktur auf die Herausforderungen des Marktes reagieren. Der Stellenabbau solle so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, etwa über Altersteilzeit-Regelungen.

EWE verkaufte VNG-Anteil an EnBW

Erst vor vier Wochen hatte der Karlsruher Versorger EnBW die Übernahme von VNG angekündigt. Die Nummer fünf im deutschen Energiegeschäft - die EWE-Gruppe aus Oldenburg - will ihren VNG-Anteil von 74,2 Prozent an EnBW verkaufen. Das Bundeskartellamt muss dem Deal noch zustimmen. Im Sommer hatte EWE seinerseits die Beteiligung an den Leipzigern aufgestockt und den 10,5-Prozent-Anteil des russischen Energieriesen Gazprom an VNG übernommen.

VNG kündigte bereits Einstellungsstopps und Nullrunden an

Der VNG-Vorstand hatte die 1.400 Beschäftigten schon Mitte Juni auf ein Sparprogramm eingestimmt. Er erwartet ein deutlich niedrigeres Konzernergebnis für 2015 und hatte einen Einstellungsstopp sowie Nullrunden für die leitenden Angestellten angekündigt. VNG importiert Erdgas vorrangig aus Russland und Norwegen und ist der einzige große Konzern mit Sitz in Ostdeutschland. 2014 erzielte die Gruppe einen Jahresüberschuss von 184 Millionen Euro (2013: 89 Millionen Euro).

Quelle: DPA