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Klimaziele

Weiter Zoff um Emissionshandel

Die Umweltorganisationen WWF und Greenpeace warnen vor Milliardenausfällen im Emissionshandel. Die Klimaschutzziele seien schlicht zu niedrig. Zudem wurde bekannt, dass der Emissionshandel im Luftverkehr für die Dauer eines Jahres teilweise ausgesetzt werden soll.

CO2© designeo / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (dapd/red) - Sollte sich die Europäische Union weiterhin nicht auf höhere Klimaschutzziele verständigen, werde dies bis zum Jahr 2020 in Deutschland zu Einnahmeausfällen von bis zu 17 Milliarden Euro führen. Das teilten WWF und Greenpeace auf Grundlage einer Studie des Öko-Instituts am vergangenen Dienstag in Berlin mit. Die Ausfälle in allen Mitgliedsstaaten betragen der Studie zufolge bis zu 78 Milliarden Euro.

Überschuss an Emissionsrechten

Grund für die Milliardenausfälle sei der zu erwartende Einbruch bei den Einnahmen aus der Versteigerung von Emissionsrechten. Wegen großer Mengen an Gutschriften aus Auslandsprojekten sowie dem Rückgang der Emissionen durch die Wirtschaftskrise seit 2009 bestehe am Markt ein Überschuss an Emissionsrechten. Dessen Volumen entspreche fast dem Jahresausstoß aller vom Handel mit Emissionsrechten erfassten Anlagen.

Handel im Luftverkehr teilweise ausgesetzt

Indes hat EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Montag den beschlossenen EU-Emissionshandel für internationale Flüge aus Drittstaaten für eine bestimmte Zeit ausgesetzt. Für rein innereuropäische Flüge will Brüssel den seit Januar laufenden Handel mit CO2-Zertifikaten weiterhin aufrechterhalten. Die einjährige Auszeit soll allein für Flüge gelten, die außerhalb der EU starten oder landen. Gegen das Emissionshandelsystem und die Zwangseinbindung außereuropäischer Airlines hatte es vor allem aus den USA und China Proteste gehagelt.