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Klimaerwärmung

Welche Gase für den Treibhauseffekt sorgen

Am Freitag stellt der Weltklimarat seinen neuen Bericht zur weltweiten Klimaerwärmung vor. An dem neuen Sachstandsbericht haben über 800 Autoren ehrenamtlich mitgeschrieben. Aus diesem Anlass hat die Redaktion einmal zusammengestellt, welche Gase eigentlich für den Treibhauseffekt verantwortlich sind.

Klimaerwärmung© PhotographY / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Vor allem Wasserdampf und Kohlendioxid sorgen dafür, dass es auf der Erde im Durchschnitt 15 Grad Celsius warm ist. Dampf und Treibhausgase in der Lufthülle der Erde lassen Sonnenstrahlen bis zum Boden durch. Die von der Erde reflektierten Wärmestrahlen nehmen sie jedoch auf und erwärmen die Luft somit. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre es lebensfeindliche minus 18 Grad kalt. Seit der Industrialisierung produziert der Mensch jedoch mehr Kohlendioxid und andere Treibhausgase, als die Natur wieder aufnehmen kann.

Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas ist nach Daten des vergangenen Weltklimareports zu rund 57 Prozent für den menschengemachten Treibhauseffekt verantwortlich. Das CO2 aus Brandrodungen und anderer Naturzerstörung macht weitere etwa 17 Prozent aus. Der Anteil des Gases in der Luft ist von Beginn der Industrialisierung bis 2013 über 40 Prozent gestiegen.

Methan (CH4) entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden, zum Beispiel in Sümpfen oder in Mägen von Rindern. Aber auch der Reisanbau, Mülldeponien und Verluste beim Erdgastransport tragen dazu bei. Der Anteil von Methan in der Luft ist heute mehr als 2,5 Mal so hoch wie 1750. Es ist zu gut 14 Prozent für den menschengemachten Treibhauseffekt verantwortlich.

Lachgas (Di-Stickoxid, N2O) wird bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe und beim Einsatz von künstlichem Dünger gebildet. Seit Beginn der Industrialisierung ist die Konzentration um rund 20 Prozent gestiegen. Sein Beitrag zum menschengemachten Treibhauseffekt liegt bei 8 Prozent.

Neuere Treibhausgase: Daneben gibt es noch verschiedene fluorhaltige Treibhausgase, die als Ersatzstoffe für die Ozonschicht-schädigenden FCKW eingesetzt werden, zum Beispiel für Isolationsmaterial oder Schallschutzfenster. Dazu zählt Stickstofftrifluorid (NF3), das 17 200 Mal so schädlich wie CO2 ist und bis zu 740 Jahre in der Atmosphäre bleibt. Dies wollen die Kyoto-Staaten nun auch reduzieren.

Doch auch Wasserdampf, Ozon und Ruß erwärmen die Atmosphäre und tragen zum menschengemachten Treibhauseffekt bei. Sie wurden bislang nicht berücksichtigt.

Quelle: DPA