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Schätzungen

Wenig Schiefergas in Deutschland

Die Schiefergas-Vorkommen in Deutschland liegen nach neuen Schätzungen der EU-Kommission über den bisher angenommenen Werten. Im europäischen Vergleich befindet sich Deutschland aber auf den hinteren Plätzen. Einen Boom wie in den USA könne man für Europa fast ausschließen.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Brüssel (dpa/red) - Die EU-Kommission hat ihre Schätzung für das Förderpotenzial von Schiefergas gesenkt. Wurde 2011 in der EU noch mit einem Volumen von 15,8 Billionen Kubikmetern förderfähigem Schiefergas gerechnet, waren es 2013 nur noch 13,3 Billionen. Das geht aus einem internen Papier der EU-Kommission hervor, das dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt. Dabei bezieht sich die Kommission auf Angaben einer US-Behörde.

Schätzungen für Deutschland höher

Schiefergas ist eine in Europa noch weitgehend unerschlossene Energiequelle. Beim Abbau wird das Gas etwa mit Hilfe von Flüssigkeit aus tiefen Gesteinsschichten gelöst - eine Methode, die Umweltschützer aus Sorge um das Grundwasser kritisieren. Für Deutschland schätzt die EU-Kommission das Förderpotenzial nun höher ein: Statt 0,2 Billionen Kubikmeter, wie noch 2011 vermutet, sollen es 0,5 Billionen Kubikmeter sein.

Kein Vergleich zu den USA

Verglichen mit anderen EU-Staaten ist das wenig: In Polen könnten den Angaben zufolge schätzungsweise 4,2 Billionen Kubikmeter von dem Gas gefördert werden, in Frankreich 3,9 Billionen Kubikmeter. Die Autoren des Papiers betonen, dass die für die Förderung relevanten Informationen "eher ungenügend und ziemlich unsicher" seien. Es sei nicht zu erwarten, dass in Europa ähnliche Mengen zu vergleichbar niedrigen Kosten gefördert werden könnten wie in den USA.

Quelle: DPA