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Hintergrund

Wer wie viel am Gaspreis verdient

Zum Beginn der Heizsaison haben wieder einige Gasanbieter in Deutschland die Preise erhöht. Doch die Versorger sind nicht die einzigen, die am Gas verdienen. Auch die Netzbetreiber und der Staat kassieren mit. Letzterem kommen die Mehrwertsteuer, die Gassteuer und Konzessionsabgaben zugute.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Der Gaspreisindex des Verbraucherportals Verivox weist einen kWh-Preis von derzeit 5,99 Cent aus, was für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh jährliche Gaskosten von 1.199 Euro bedeuten würde. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert leicht gestiegen. Doch wer profitiert davon?

Der Gasversorger bekommt die Hälfte

Die Hälfte der gesamten Gaskosten eines privaten Haushaltes geht an den jeweiligen Gasanbieter. Zwischen den Gasversorgern gibt es dabei große Unterschiede. Grundversorger können mit durchschnittlich 602 Euro planen, bei den günstigsten Anbietern sind es nur rund 372 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 593 Euro.

25 Prozent des Gaspreises geht an den Netzbetreiber, also den Grundversorger, der auch den anderen Anbietern sein Netz zur Verfügung stellt. Diese müssen für diese Nutzung Gebühren zahlen. Die Kosten werden für den Betrieb des Netzes und der Zähler aufgewendet. Auch diese Gebühren schwanken regional, obwohl sie staatlich reguliert werden. Der Bundesverband der Energie-Abnehmer stellte dabei kürzlich in einem Vergleich der Durchleitungskosten Preisunterschiede von bis zu 600 Prozent fest.

Weitere 25 Prozent der jährlichen Ausgaben für Gas erhält der Staat. Er kann durchschnittlich 307 Euro für sich verbuchen. Dazu gehören die Konzessionsabgabe an die Kommunen, die Gassteuer und nicht zuletzt die Mehrwertsteuer, die auf den Nettopreis aufgeschlagen wird.