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Fracking

Wettbewerb um Ressourcen geht trotz Kritik weiter

Die in Nordrhein-Westfalen vermuteten Erdgas-Ressourcen stoßen bei Energiekonzernen auf großes Interesse. Die deutsche Tochter des kanadischen Unternehmens BNK Petroleum etwa stellte einen Antrag zur Aufsuchung von Erdgas für das etwa 2.000 Quadratkilometer große Feld "Falke-South".

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Arnsberg (dapd-nrw/red) - Bisher wurde die Erlaubnis zur Aufsuchung für 20 Felder erteilt, zweimal sicherte sich BNK bislang die Rechte. Zehn Anträge liegen noch bei der Bezirksregierung. Damit können die Unternehmen aber noch keine der umstrittenen Erkundungsbohrungen niederbringen. Derzeit liegt landesweit nur ein Antrag für eine solche Bohrung in Nordwalde (Kreis Steinfurt) vor.

Untersuchungsergebnisse abwarten

Die Bearbeitung des Antrags liegt derzeit aber auf Eis. Die rot-grüne Landesregierung hatte angekündigt, in Kürze ein Gutachten in Auftrag geben zu wollen, das die Gefährdung des Grundwassers und des Bodens durch die umstrittene Fracking-Methode untersucht. Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen. Erst dann will das Bergamt in Arnsberg über den Antrag entscheiden.

Zudem brachte das Land Ende Juni im Bundesrat einen Antrag zur Änderung des Bergrechts ein. Damit soll die bisher nur bei der Erdgasgewinnung verlangte Umweltverträglichkeitsprüfung auch schon bei der Aufsuchung notwendig werden. Hauptgrund der Kritik ist das Fracking-Verfahren, bei dem ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst wird, um dort in undurchlässigen Gesteinsschichten lagerndes Erdgas freizusetzen. Gegner befürchten, dass das Grundwasser verunreinigt werden könnte.

Sicherheit und Gesundheit müssen vorgehen

Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) lehnt das Verfahren ab, will aber Rechtssicherheit und daher das Gutachten abwarten. Die Skepsis in den Landtagsfraktionen ist ebenfalls groß. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann sagte auf dapd-Anfrage: "Fracking ist eine Methode der Erdgaserkundung und -förderung, die wir ablehnen." Toxische Stoffe gehörten weder in den Boden noch ins Wasser.

Auch SPD-Umweltexperte Andre Stinka hält die Bohrmethode für gefährlich. "In Zeiten unsicherer Energieversorgung müssen alle Alternativen geprüft werden", sagte er. "Aber auch in diesem Fall gilt, dass Gesundheit und Sicherheit Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen haben."