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Regenerative Technologien

Windgas wird zum flexiblen Energieträger

Regenerative Energien sollen durch eine neue Speichertechnologie gefördert werden: Überschüssige Energien aus Sonnen- und Windkraft könnten in Zukunft in Windgas umgewandelt werden und dem Gasmarkt zugeführt werden. Greenpeace Energy will nun erstmalig einen neuen Tarif zu Windgas anbieten.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Hamburg (red) - Als erster Energieversorger wird Greenpeace Energy seine Gaskunden teilweise mit Wasserstoff beliefern, der regenerativ und klimaneutral mit Windkraft erzeugt wurde. Die Energie-Genossenschaft unterzeichnete am heutigen Dienstag einen Abnahme-Vertrag mit der Firma Enertrag. Das Windenergie-Unternehmen betreibt nördlich von Prenzlau in Brandenburg eine Pilotanlage, die Wasser elektrolytisch in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Mit dem so entstandenen Wasserstoff - dem Windgas - will Greenpeace Energy seine aktuell 6.000 Gaskunden versorgen, sobald der Anschluss ans Gasnetz hergestellt ist.

Flexibler Energieträger für Sonnen- und Windkraft

Die Windgas-Technologie erlaubt es, überschüssige Windkraft zu verwenden, die sonst ungenutzt bliebe. Bislang werden Windanlagen bei stürmischem Wetter oft abgeschaltet, um das Stromnetz nicht zu überlasten.

Windgas dagegen lässt sich in das herkömmliche Erdgasnetz einspeisen, das mehrere Prozent Wasserstoff-Beimischung verträgt. Damit vermag es um Größenordnungen mehr Energie aufzunehmen als andere Speichertechnologien. Das Gemisch aus dem Gasnetz lässt sich wie gewohnt zum Heizen oder Kochen sowie als Treibstoff für Autos verwenden.

Windgas-Technologie soll Energie-Wende fördern

"Windgas ist ein ganz wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland", sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Steffen Welzmiller. Ohne geeignete Speichertechnologien könne Deutschland sich nicht zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen, da sowohl die Ausbeute von Solar- als auch Windkraft in ihrer Stromproduktion wetterabhängig schwankt. Die heutigen Pumpspeicherkraftwerke reichten in Zukunft nicht mehr aus, Überschüsse aus Sonnen- oder Windkraft aufzunehmen.

Greenpeace Energy bietet seit Oktober 2011 den Tarif "proWindgas" an. Dabei zahlen die Kunden pro Kilowattstunde Erdgas einen Aufschlag von 0,4 Cent, der in die Erzeugung von Windgas fließt. Neben dem jetzigen Einkauf von Windgas plant die Hamburger Energie-Genossenschaft auch den Bau eigener Elektrolyse-Anlagen. Im Juli 2011 hatte der Anbieter sein Portfolio um das neuartige und ökologisch sinnvolle Gasprodukt proWindgas erweitert und ist damit zum Energievollversorger geworden.