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Weniger gefördert

Wintershall dank hoher Ölpreise mit Rekordgewinn

Trotz eines deutlichen Produktionsrückgangs hat das Kasseler Erdöl- und Gasunternehmen Wintershall im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt. Für 2012 erwarte man weiteres Wachstum, sagte Vorstandsvorsitzender Rainer Seele. Vor allem wegen des hohen Ölpreises kletterte der Umsatz um zwölf Prozent auf 12,1 Milliarden Euro.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Kassel (dapd/red) - Mit einem Gewinn nach Steuern von 1,1 Milliarden Euro fuhr die BASF-Tochter 2011 das beste Ergebnis ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte ein. Das bedeutete ein Plus von 15 Prozent gegenüber 2010. Die Förderung von Erdöl durch das Unternehmen nahm 2011 dagegen ab.

Produktion in Libyen lag mehr als ein halbes Jahr still

Wie Seele erklärte, musste die Produktion in Libyen wegen des Bürgerkriegs in dem nordafrikanischen Land für mehr als ein halbes Jahr stillgelegt werden. Wintershall habe dadurch insgesamt 15 Prozent weniger Öl und Gas fördern können als im Vorjahr. Mittlerweile habe man die Anlagen in der Wüste aber wieder in Betrieb genommen. "Wir verfolgen das Ziel, so schnell wie möglich unsere maximale Anlagenkapazität wieder zu nutzen", sagte der Wintershall-Chef. Weil das Unternehmen zudem mit einem anhaltend hohen Ölpreis rechnet, könnte der Gewinn im laufenden Jahr eine neue Rekordhöhe erreichen. "Wir erwarten einen Anstieg von Umsatz und Ergebnis", sagte Seele.

Bedarf wird weiter steigen

Auch längerfristig setzt Wintershall auf einen wachsenden Verbrauch von fossilen Energieträgern. "Wir gehen davon aus, dass der Ölbedarf bis 2035 weiter ansteigen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Der Energiehunger der Schwellenländer kompensiert schon jetzt alle Energiesparmaßnahmen im Rest der Welt." In Deutschland werde außerdem die Energiewende die Nachfrage nach Erdgas ankurbeln, weil flexibel steuerbare Gaskraftwerke die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien ideal ergänzen könnten.

Die Wintershall GmbH mit Sitz in Kassel ist der größte deutsche Produzent von Erdöl und Erdgas. Geschäftsbereiche sind zum einen die Erkundung und Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen, zum anderen der Erdgashandel einschließlich Transport und Speicherung.

Als internationales Unternehmen ist Wintershall nicht nur in Deutschland und Europa tätig, sondern auch in Russland, Argentinien, im Nahen Osten und in Libyen. Die 100-prozentige Tochter des Chemiekonzerns BASF beschäftigt derzeit rund 2000 Menschen aus 40 Ländern.