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Erdgasvorkommen

Wintershall plant Probebohrungen in Niedersachsen

Der Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall will mit einer Bohrung ein neues Erdgasvorkommen bei Barnstorf im Landkreis Diepholz näher erkunden. Das Unternehmen erwartet dort in den Karbon-Schichten in einer Tiefe von über 4.000 Metern eine Lagerstätte mit bis zu 40 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Es handelt sich um sogenanntes Tight Gas, das mittels Fracking gefördert werden soll.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Barnstorf (red) - "Sollte sich das dort förderbare Potenzial von etwa 10 Milliarden Kubikmetern Erdgas bestätigen und produzieren lassen, könnten wir an unserem niedersächsischen Standort in Barnstorf für mehrere Jahrzehnte weiter Erdgas fördern", erklärt Joachim Pünnel, Leiter der deutschen Wintershall-Aktivitäten, in einer Presseinformation. Aus der Förderung könnten dem Land Niedersachsen dann mehr als eine halbe Milliarde Euro an Fördersteuern zufließen.

Vorkommen muss noch bestätigt werden

13 Prozent des nationalen Bedarfs an Erdgas werden nach Angaben von Wintershall in Deutschland selbst gefördert. Dass sich das im niedersächsischen Barnstorf erwartete Vorkommen technisch wie auch wirtschaftlich fördern lässt, muss jedoch zunächst eine Bohrung bestätigen. Hierzu ist jetzt die Bohrung "Düste Z10" gestartet worden. Erste Erkenntnisse erhofft sich die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall ab Mitte des laufenden Jahres. Im Erfolgsfall könnte die gesamte Lagerstätte im Kreis Diepholz ab 2014/2015 weiter entwickelt werden.

Förderung von Tight Gas aus Sandstein

Bei dem zu erschließenden Erdgasvorkommen handelt es sich um so genanntes Tight Gas, das in einer tiefliegenden Gesteinsschicht aus dichtem Sandstein lagert und mit der Hydraulic-Fracturing-Methode gefördert werden kann. Dabei werden in den unterirdischen Lagerstätten feine Risse im Gestein erzeugt, damit das Erdgas leichter fließen kann. Ein entsprechender Antrag ans Landesbergamt sei in Vorbereitung.

Anders als bei der Förderung von so genanntem Shale-Gas (Schiefergas) erfordere die Förderung von Tight Gas aus Sandstein-Schichten deutlich weniger Fracs und sei zudem weniger aufwendig, so Wintershall. Sandstein sei von Natur aus poröser und durchlässiger als Schiefergestein. Wintershall arbeitet nach eigenen Angaben mit hohen Umweltstandards, beispielsweise verzichte man in sensiblen Regionen wie Wasserschutzgebieten daher ganz auf Bohrungen und den Einsatz von Fracking.