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Klimaerwärmung

WMO: Treibhausgas-Konzentration auf Höchstwert

Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist erneut bei einem Rekordwert angelangt. Sowohl die Werte beim CO2 als auch beim Stickstoffoxid und beim Methan sind gestiegen. Dadurch hat auch der Säuregehalt in den Meeren zugelegt. Laut WMO-Generalsekretär Michel läuft die Zeit davon.

CO2 Aussstoß© claffra / Fotolia.com

Genf (AFP/red) - Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre hat nach einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) 2013 einen neuen Höchststand erreicht. Zugleich seien die Gas absorbierenden Ozeane von einer "beispiellosen" Übersäuerung betroffen, heißt es in dem am Dienstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht der UN-Organisation. Die Kohlendioxid(CO2)-Konzentration sei seit 30 Jahren nicht so stark angestiegen wie von 2012 auf 2013.

Höchstwerte bei Metan und Stickstoff

Die CO2-Konzentration habe im vergangenen Jahr auf 396 pro Millionen Teile oder 142 Prozent des vorindustriellen Wertes (1750) zugenommen, schreiben die Klimaexperten. Das Plus habe von 2012 auf 2013 alleine 2,9 pro Millionen Teile betragen. Die Methan-Konzentration habe im vergangenen Jahr bei 253 Prozent, die Stickstoffoxid(Lachgas)-Konzentration bei 121 Prozent des vorindustriellen Wertes gelegen. Alle drei Werte seien neue Höchststände, erklärte die WMO.

WMO-Generalsekretär: Zeit läuft davon

"Wir wissen mit Gewissheit, dass sich das Klima wandelt und die meteorologischen Bedingungen wegen des menschlichen Verhaltens immer extremer werden", sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud bei der Vorstellung des Berichts. "Wir müssen den Trend stoppen, indem wir den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen zurückfahren. Uns läuft die Zeit davon."

Hoher Säuregehalt in den Meeren

Ein weiterer alarmierender Trend, den die WMO feststellte: Der sogenannte Strahlungs- oder Klimaantrieb (radiative forcing), der durch die Treibhausgaskonzentration verändert wird, nahm von 1990 bis 2013 um 34 Prozent zu. Und die Gase, die in Ozeanen gespeichert werden, haben weitreichende Konsequenzen. Täglich würden die Weltmeere rund vier Kilogramm CO2 für jeden auf der Erde lebenden Menschen aufnehmen. Der Säuregehalt der Ozeane sei dadurch auf den höchsten Stand seit mindestens 300 Millionen Jahren gestiegen, schreiben die Fachleute. "Vergangene, gegenwärtige und künftige CO2-Emissionen werden eine kumulative Auswirkung auf die Klimaerwärmung und die Säuerung der Ozeane haben", sagte Jarraud. "Die Gesetze der Physik sind nicht verhandelbar."

Vorwurf: Fahrlässige Politik

Wissenschaftler sehen in dem Bericht eine schallende Ohrfeige für die Politik. Die Begrenzung der CO2-Emissionen sei ihr Lackmustest, kommentierte der Klimaforscher Dave Reay von der Universität von Edinburgh. Und den WMO-Informationen zufolge "versagen wir dabei". Die Grünen sehen durch den Report vor allem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck. In zwei Wochen findet in New York ein UN-Klimagipfel statt. An dem will Merkel - anders als US-Präsident Barack Obama - nicht teilnehmen. Dafür ist sie als Rednerin auf dem Tag der Industrie in Berlin vorgesehen. "Mit dieser fahrlässigen Politik verfehlt sie die deutschen Klimaziele", warf ihr Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter am Dienstag vor.

Quelle: AFP