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CO2-Speicher

Zeitung: Energiekonzerne streiten um Technologie zur Abgasvermeidung

In der Stromwirtschaft ist ein Streit über emissionsarme Kohlekraftwerke entbrannt. Während Vattenvall und RWE mit der CCS-Technologie Braunkohlekraftwerke in Zukunft umweltfreundlich betreiben wollen, sieht der Energiekonzern Steag die Technik aufgrund zu hoher Kosten als "nicht wettbewerbsfähig" an.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Hamburg (red) - Kraftwerke, bei denen das klimaschädliche Kohlendioxid aus den Abgasen gelöst und unterirdisch abgelagert wird, werden voraussichtlich niemals gebaut werden, berichtet die Zeitung "Die Zeit". Das gehe aus einem internen Positionspapier des Essener Energiekonzerns Steag hervor. Darin heißt es: "Technologien, die eine Abtrennung von CO2 bei moderaten Wirkungsgradverlusten und Kosten erlauben, sind nicht absehbar." Die Technik sei schlicht "nicht wettbewerbsfähig".

Damit widerspricht die Steag der Strategie der deutschen Konkurrenten RWE und Vattenfall Europe. Beide Unternehmen erzeugen Strom vor allem aus Braunkohle - dem klimaschädlichsten fossilen Energieträger. Mittels CCS-Technologie (Carbon Capture and Sequestration) wollen sie das Geschäft auch in Zukunft rentabel betreiben.

Um das Kohlendioxid aus dem Abgas zu scheiden und zu behandeln, müsste neben jedes Kraftwerk praktisch eine kleine Chemiefabrik gebaut werden. Dadurch würden die Kosten der Stromerzeugung um 200 Prozent ansteigen. Und: "Sichere CO2-Speicher stehen mittelfristig nicht zur Verfügung", heißt es in der Studie, so die "Zeit" weiter.