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Fracking

Zusammenstöße in Großbritannien wegen Probebohrung

Hintergrund ist die nicht nur auf der Insel höchst umstrittene Fracking-Technologie: Wegen einer Erkundungsbohrung nahe der britischen Stadt Balcombe ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen Umweltaktivisten und der Polizei gekommen. Zwei Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Erdgasförderung© bilderzwerg / Fotolia.com

London (AFP/red) - Rund 200 Aktivisten protestierten am zweiten Tag in Folge gegen die Bohrung des britischen Unternehmens Cuadrilla, das sich auf die umstrittene Förderung von Erdgas aus schwer zugänglichen Gesteinsschichten, das sogenannte Fracking, spezialisiert hat.

Das Unternehmen hatte die Arbeiten zunächst verschieben müssen. Als die Bohrung am Freitag schließlich begann, legten die Demonstranten eine Schweigeminute ein. Einer der Anführer des Protests sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Dies ist ein trauriger Tag für Balcombe, aber wir werden siegen."

Großbritannien hält Fracking für sicher

Beim Fracking wird mit dem Einsatz eines Gemischs aus Sand, Wasser und Chemikalien Erdgas und Öl aus Schiefergestein-Schichten gewonnen. Die beispielsweise in den USA zunehmend genutzte Technologie ist höchst umstritten, befürchtet wird unter anderem eine Belastung des Grundwassers mit Chemikalien.

Die britische Regierung hatte im vergangenen Monat Steuererleichterungen für Unternehmen angekündigt, die in dem Land Schiefergas fördern wollen. In Großbritannien war die Technik nach Erderschütterungen in Blackpool im Jahr 2011 vorübergehend verboten. Ein Regierungsbericht kam im vergangenen Jahr aber zu dem Schluss, dass Fracking bei einer entsprechenden Überwachung sicher sei.

Quelle: AFP