Startseite
8. Oktober

Zweiter Strang der Ostseepipeline geht in Betrieb

Zweieinhalb Jahre nach Verlegebeginn ist die zweisträngige deutsch-russische Ostseepipeline komplett betriebsbereit. Die zweite Gasröhre werde voraussichtlich am 8. Oktober, etwa drei Wochen früher als geplant, freigeschaltet, sagte der Nord-Stream-Finanzdirektor Paul Corcoran am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd.

Pipeline© Jim Parkin / Fotolia.com

Zug/Lubmin (dapd/red) - Durch den im November 2011 in Betrieb genommenen ersten Leitungsstrang seien inzwischen etwa 8,5 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas nach Deutschland geflossen. Mit einer stündlichen Liefermenge von 1,2 Millionen Kubikmetern sei die Trasse gegenwärtig zu 34 Prozent ausgelastet. Überwacht und gesteuert wird der Betrieb des Projekts über ein Kontrollzentrum in Zug (Schweiz).

Größtes Offshore-Pipeline-Projekt überhaupt

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des zweiten Pipelinestrangs am 8. Oktober wird der Bau des 7,4 Milliarden Euro teuren Energievorhabens etwa drei Wochen früher als ursprünglich geplant abgeschlossen sein. Die Gastrasse quer durch die Ostsee sei von der Länge, aber auch vom Leistungsdurchmesser das weltweit größte Offshore-Pipeline-Projekt, sagt Finanzchef Corcoran.

Mit einer Kapazität von bis zu 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, ausreichend für etwa 26 Millionen Haushalte, werde die Ostseepipeline zu einer der wichtigsten Trassen zur Gasversorgung Europas. Die damit erzeugbare Strommenge entspreche in etwa der Kapazität von 33 Durchschnitts-Kernkraftwerken. Ihre erste Bewährungsprobe habe die Ostseepipeline übrigens schon im Sommer dieses Jahres bestanden, als die durch Weißrussland und Polen führende Jamal-Leitung wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet worden sei und der Ostseestrang auf 65 Prozent seiner Kapazität heraufgefahren worden sei.

Auslastung könnte sich bald erhöhen

Mit dem höheren Winterbedarf könnte die Auslastung bald steigen. Weil die Gasreserven im Nordseeraum schwinden und der europäische Gasnachfrage weiter steigen wird, prüft Nord Stream inzwischen Pläne für den Bau einer dritten und vierte Gasröhre durch die Ostsee. Bis zum Jahresende soll eine Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.