Startseite
Umweltfreundlich

Ökostrom: Was Zertifikate und Gütesiegel bedeuten

Ökostrom hält oft nicht, was er verspricht, denn nicht überall wo Ökostrom draufsteht, ist grüner Ökostrom drin. Vor allem investiert nicht jeder Ökostromtarif in erneuerbare Energien. Ökostrom Zertifikate und Gütesiegel sollen daher helfen, die Qualität eines Angebotes zu bewerten.

erneuerbare EnergienÖkostrom Zertifikate zeigen die Herkunft des Ökostroms, Ökostrom Siegel bewerten auch die Qualität© vencav / Fotolia.com

Bei Ökostrom-Kunden kommt kein anderer Strom aus der Steckdose als bei Kunden mit Normalstromtarif. Denn jede Art von Strom wird in das gemeinsame Stromnetz eingespeist. Im Unterschied zu Kunden von konventionellem Strom tragen Ökostromkunden aber dazu bei, dass mehr umweltfreundlich erzeugter Strom ins Netz eingespeist wird, also der Strommix grüner wird.

Dies ist aber nur dann der Fall, wenn der Stromanbieter Ökostrom aus deutschen Anlagen bezieht bzw. auch in den Bau neuer Anlagen für erneuerbare Energien investieren. Allerdings können Stromanbieter auch Ökostrom im Ausland einkaufen und in Deuschland verkaufen, womit aber der deutsche Strommix nicht grüner wird. Will man als Verbraucher sichergehen, dass man mit seinem Ökostromtarif einen Beitrag zum Umweltschutz leistet, sollte man auf entsprechende Zertifikate bzw. Gütesiegel achten.

Gütesiegel als Orientierungshilfen für den Kunden

Damit sich die Kunden im Dschungel der Tarifangebote für Ökostrom leichter zurechtfinden, vergeben verschiedene Organisationen so genannte Ökostrom Gütesiegel oder Ökostrom Zertifikate. Um ein Gütesiegel zu erhalten, müssen die Stromversorger gewisse Kriterien erfüllen, z.B. einen gewissen Teil ihrer Einnahmen in den Bau neuer Anlagen investieren. Vor allem die Ökostrom-Gütesiegel Grüner Strom und ok-power legen die Messlatte hoch an. Deshalb können die Verbraucher sicher sein, dass es sich bei Ökostromtarifen mit diesen Siegeln um gute Investitionen handelt. Ein Ökostrom-Gütesiegel bescheinigt also die Qualität von Ökostrom.

Was unterscheidet Ökostrom Zertifikate von Gütesiegeln?

Ökostrom-Zertifikate geben Auskunft über die Herkunft und die Zusammensetzung von Ökostrom, zu nennen sind hier beispielsweise die Ökostrom Zertifikate von TÜV Nord und TÜV Süd. Darüber hinaus gibt es RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificates System), die dem Anbieter umweltfreundliche Stromproduktion und europaweite Förderung regenerativer Energien bescheinigen.

Gerade die RECS-Zertifikate werden jedoch von Umweltschützern oft kritisiert, weil damit herkömmlicher Strom einfach "umetikettiert" werden kann. Ein Anbieter kann also herkömmlichen Strom in Deutschland einkaufen und zusätzlich ein RECS-Zertifikat, welches für den Strom aus einem norwegischen Wasserkraftwerk vergeben wurde. Damit kann der Anbieter den Strom als Ökostrom verkaufen, während der Wasser-Strom in Norwegen dann nicht mehr als Ökostrom bezeichnet werden darf. Die Zertifikate stellen damit sicher, dass eine Kilowattstunde Strom nur einmal verkauft werden darf, jedoch wird damit der Strommix in Deutschland nicht grüner.

Strompreise vergleichen - inkl. Ökostrom-Tarife