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Hilfestellung

Was tun bei Stromschulden?

Stromschulden können zu einer großen Belastung werden, vor allem dann, wenn Versorger den Strom auch noch abschalten. Dürfen Stromanbieter das ohne weiteres? Und was können Verbraucher tun, wenn ihnen die Stromsperre droht?

GlühlampeStromversorger dürfen unter bestimmten Voraussetzungen den Strom abstellen.© chones / Fotolia.com

Viele Kunden ärgern sich über steigende Stromkosten, doch für sozial Schwache werden sie oft zum echten Problem. Denn gerade Personen mit geringem Einkommen müssen oft mit Wohnraum ohne qualitativ hochwertige Wärmedämmung vorliebnehmen und haben oft kein Geld für moderne, energiesparende Elektrogeräte. Bei erhöhten Energiepreisen steigen die Ausgaben dafür meist überproportional und führen nicht selten zu Stromschulden. Laut der Bundesnetzagentur wurde im Jahr 2014 bereits 352.000 Haushalten der Strom gesperrt. Bei steigenden Stromkosten befürchten Experten noch weitere Stromsperren durch Stromschulden. Doch dürfen die Versorger den Strom einfach abstellen?

Wann darf der Versorger den Strom abstellen?

Dem Gesetz zufolge kann ein Versorger die Strom- oder Gaslieferung einstellen, wenn der Verbraucher mit mindestens 100 Euro im Rückstand ist und nicht deutlich macht, dass er seiner Zahlungspflicht nachkommen wird. Allerdings muss der Versorger die Sperre vier Wochen vorher ankündigen. Als Vorsorgemaßnahme bieten viele Energieanbieter ihren Kunden Energieberatungen an. Zudem weisen die Stromversorger darauf hin, dass sie sich frühzeitig mit den Betroffenen, Wohlfahrtsverbänden und den Sozialämtern in Verbindung setzen, um nach einer Lösung zu suchen und die Stromsperre zu verhindern. So kooperiert Vattenfall beispielsweise mit der Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung. Diese Organisation berät Stromschuldner und setzt alles daran, um es nicht zu einer Stromsperre kommen zu lassen.

Häufige Fehler bei Stromschulden

Trotz der Interventionen von Sozialbehörden und Wohlfahrtsverbänden sind Zahlen der Stromsperren in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern sogar kontinuierlich gestiegen. Waren es im Jahr 2011 noch rund 312.100 Stromsperren, stieg die Zahl 2012 auf rund 321.500 und 2013 auf rund 344.800 solcher Fälle.

Ein Fehler, den viele Verbraucher machen, ist, einfach nicht zu reagieren. Genau dies ist aber ein großes Versäumnis, das schnell zu einer Stromsperre führen kann. Dabei könnten die meisten Notfälle bei Stromschulden durch rechtzeitiges Handeln gelöst werden. Schließlich lassen sich viele Versorger auf Ratenzahlungen oder die vorübergehende Stundung von Stromschulden ein. Ein gesetzlicher Anspruch besteht aber nicht.

Eine Stromsperre - Was tun?

Droht der Stromversorger mit der Abstellung des Stroms, sollten Verbraucher innerhalb von vier Wochen reagieren, um die Abstellung zu verhindern. Aber auch Verbraucher, denen der Strom abgestellt wurde, sollten sich schnellstmöglich Hilfe bei Beratungsstellen holen. Kompetente Ansprechpartner sind in beiden Fällen die Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände und Sozialämter. Die Beratungsstellen vermitteln oft erfolgreich mit den Stromversorgern und können Stromsperren größtenteils verhindern. Sozialhilfeempfänger können zudem eine Kostenübernahme beim Sozialamt beantragen. Legt man die Bewilligung der Kostenübernahme beim Stromversorger vor, wird der Strom in der Regel am gleichen Tag wieder angestellt.

Stromschulden vorbeugen

Energiesparmaßnahmen und ein Stromanbieterwechsel mit günstigeren Tarifen sind die besten Gegenmaßnahmen gegen steigende Stromkosten. Im Internet, aber auch bei vielen Beratungsstellen finden Verbraucher Infos, was sie tun können, um die Energiekosten zu senken. Ganz wesentlich ist es zum Beispiel, alle Geräte bei Abwesenheit komplett auszuschalten, was bedeutet, etwa auch den Fernseher nicht im Standby-Modus laufen zu lassen.