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Energiewende

Erneuter Antrag: Gaskraftwerk Irsching soll stillgelegt werden

Die Eigentümer des Gaskraftwerks in Irsching versuchen zum wiederholten Male eine Stilllegung der Anlage durchzusetzen. Allerdings fällt das Kraftwerk unter die Netzreserveverordnung: Auch wenn nur noch bei Stromengpässen Energie produziert wird, muss die Anlage weiter in Betrieb bleiben.

Gaskraftwerk© Ralf Urner / Fotolia.com

München - Die Eigentümer von Deutschlands modernstem Gaskraftwerk in Irsching wollen die Anlage zum wiederholten Mal stilllegen lassen. Der Stromversorger Uniper und seine drei Partner haben bei der Bundesnetzagentur angezeigt, die zwei Blöcke vier und fünf im Mai 2019 vom Netz zu nehmen. Das teilten die vier Unternehmen mit.

Gaskraftwerk in Irsching fällt unter die Netzreserveverordnung

Grund ist das andauernde Defizit beim Betrieb des Kraftwerks nahe Ingolstadt. Wie in den Vorjahren ist der Antrag mutmaßlich chancenlos, weil Irsching als systemrelevant für die süddeutsche Stromversorgung gilt und deswegen unter die Netzreserveverordnung des Bundes fällt.

Uniper: Zwang zum Weiterbetrieb ist nicht mehr verfassungskonform

Uniper ist die ehemalige konventionelle Kraftwerksparte des Energiekonzerns Eon. Die Eigentümer würden durch gesetzliche Rahmenbedingungen gezwungen, ihre Leistung zu nicht kostendeckenden Preisen zu erbringen, klagte Uniper in der Pressemitteilung. "Das ist für die Eigentümer nicht tragbar und aus ihrer Sicht zudem nicht verfassungskonform."

Gaskraftwerk produziert nur noch bei Engpässen Strom

Der Hintergrund: Irsching steht die meiste Zeit ohnehin still, weil die erneuerbaren Energien Vorrang bei der Einspeisung ins Netz haben. Das Gaskraftwerk wird nur angeschaltet, wenn es Engpässe bei der Stromversorgung gibt. Beteiligt an Irsching sind neben Uniper drei kommunale Unternehmen: Die Nürnberger N-Ergie, Mainova mit Sitz in Frankfurt am Main und die Darmstädter Entega.

Quelle: DPA