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Timorsee

Gas und Öl: Osttimor gibt Seevertrag mit Australien auf

Osttimor und Australien streiten sich bereits seit Jahrzehnten um die Gas- und Ölvorkommen in der Timorsee. Osttimor kündigte aktuell die seit 2002 bestehende Vereinbarung, nach welcher die Einkommen bisher gleichmäßig aufgeteilt wurden.

Australien © Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Sydney/ Dili - Die südostasiatische Inselrepublik Osttimor will aus einem Seevertrag mit Australien aussteigen, der die Verteilung von riesigen Öl- und Gasvorkommen zwischen beiden Ländern regelt. Der arme Staat - erst seit 2002 von Indonesien unabhängig - kündigte die Vereinbarung nach zehn Jahren auf. Dies geht aus einer gemeinsamen Mitteilung beider Regierungen hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. In dem Meeresgebiet in der Timorsee befinden sich enorme Mengen an Öl und Gas im Milliardenwert.

Länder streiten um Grenzverlauf

Die Kündigung wird nach drei Monaten wirksam. Beide Länder streiten schon seit längerer Zeit über den Verlauf der Seegrenzen. Osttimor hat dazu auch das Internationale Schiedsgericht in Den Haag um Hilfe angerufen. Nach Ansicht Osttimors muss die Grenze genau in der Mitte zwischen beiden Ländern verlaufen. Es hätte dann größere Ansprüche. Australien erkennt die Zuständigkeit des Gerichts in dieser Frage jedoch nicht an. Die Vereinten Nationen versuchen nun zu vermitteln.

50-jähriges Moratorium

Beide Länder hatten 2002 zunächst eine vorläufige Vereinbarung und 2006 dann einen Seevertrag geschlossen. Der Vertrag teilt die Einkommen aus dem sogenannten Greater-Sunrise-Feld bislang zu gleichen Teilen auf. Zugleich wurde ein 50-jähriges Moratorium in Kraft gesetzt, bis es eine endgültige Grenzregelung geben kann.

Quelle: DPA